Beschreibung
Stolz, Robert Prof.
Titel: Servus Du
Reych: Nr. 296 Auf der Mauer (Wien)
Geb.: 25.08.1880 in Graz
Gest.: 27.06.1975 in Berlin
Volltext
österreichischer Komponist und Dirigent Robert Stolz wurde als letztes von zwölf Geschwistern geboren. Sein Vater war Musikdirektor an der Grazer Oper und leitete später eine eigene Musikschule, an der auch Roberts Mutter Musikunterricht erteilte. Das musikalische Wunderkind gab mit sieben Jahren bereits sein erstes öffentliches Konzert und bestand als Sechzehnjähriger die Staatsprüfung für Musik. Siebzehnjährig als Opernkorrepetitor nach Graz verpflichtet, geht er ein Jahr später als zweiter Kapellmeister nach Marburg an der Drau. Danach wirkte er am Salzburger Stadttheater, wo er 1902 seine erste Operette „Schön-Lorchen'' herausbrachte. Er unternahm mit einer Operettengruppe eine Reise nach Russland bevor er sich von 1903-07 als Dirigent am Deutschen Theater in Brünn verpflichtete. Darnach wurde er Dirigent am Theater an der Wien. Hier brachte er die Operette „Das Glücksmädel" heraus. Sie war sogleich ein voller Erfolg, wie auch die nächsten, die „Venus in Seide", „Der Tanz ins Glück", ,,Mädi“ oder „Frühlingsparade". Bald konnte man nicht mehr sagen, ob Stolz erfolgreicher als Operettenkomponist oder als Schlagerkomponist war, denkt man an die vielen Lieder, die heute noch aus vergangener Zeit zu uns herüberklingen: „Im Prater blühn wieder die Bäume", „Ungeküßt sollst Du nicht schlafen gehn", „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier", „Ob blond, ob braun" und „O mia belle Napoli". Sie sind für eine ganze Zeitepoche charakteristisch und waren so volkstümlich geworden, dass man darüber oft ihren Verfasser vergaß. Im Jahr 1924 kam Robert Stolz nach Berlin, wo er ebenfalls zahlreiche Operetten und Lieder komponierte. Den Siegeszug für den Tonfilm leitete er mit seiner Musik für den ersten europäischen Tonfilm „Zwei Herzen im Dreivierteltakt" ein. Das Lied „Die ganze Welt ist himmelblau" ging um die ganze Welt. 1936 ging er wieder nach Wien zurück, musste aber 1938 über die Schweiz nach Paris flüchten. Als dort zwei seiner Operetten aufgeführt wurden, brach der zweite Weltkrieg aus. Mit Hilfe der Französin Louise Ulrich, die er später auch heiratete, gelangte er auf Einladung Hollywoods 1940 in die USA, wo er die Musik für den Film „Spring Parade" schrieb. Diese Musik brachte ihm einen Oskar ein und eroberte die Vereinigten Staaten von Amerika. In New York dirigierte er Wiener- und seine eigenen Operetten. Bald nach Kriegsende kehrte er mit seiner Frau nach Wien zurück, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Schon bald stand er wieder im Zenit seines Erfolges, der noch rund drei Jahrzehnte dauern sollte. Neue Werke, Stücke, Suiten entstanden und die Musik zu 15 „Operetten auf dem Eis". Wien verlieh ihm den Professorentitel und das Ehrenbürgerrecht, in Graz wurde eine Straße nach ihm benannt, die Bundesrepublik Deutschland verlieh ihm für seine Verdienste um die weltweite Verbreitung deutschen Kulturgutes 1963 das große Verdienstkreuz des Verdienstordens. Herman Weigel hat Robert Stolz den „Evergreen in Person" genannt. Zwei Monate vor seinem 95. Geburtstag nahm diesem unermüdlichen Meister der Tod Feder und Taktstock aus der Hand. Er fand seine letzte Ruhe in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof der Stadt Wien. In Berlin Grünewald wurde dem liebenswerten Komponisten ein Denkmal gesetzt. Servus, DU! (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt