Beschreibung
Strindberg, August
Titel: August der Volkstribun im blauen Turm
Reych: Nr. 350 Holmia (Stockholm) (erk. 08.10.153)
Geb.: 22.01.1849 in Stockholm
Gest.: 14.05.1912 ebenda
Volltext
schwedischer Schriftsteller und Künstler Am 8. im Lethemond wurde der schwedischer Dichter, Schriftsteller und Maler August Strindberg, *22.1.1849 in Stockholm, † 14.5.1912 ebenda, vom h. R. Holmia (350) zum ES August der Volkstribun im blauen Turm erkürt. In dem autobiographischen Roman „Tjänstekvinnans son“ 1886/87 (Der Sohn einer Magd, 1909/10) schildert der Dichter seine Jugend. Bei der Arbeit an dem historischen Roman „Mäster Olof“ 1872 (Meister Olof, 1895) rang er um seine Bestimmung als Dramatiker. Mit dem Künstlerroman „Röda rummet“ 1879 (Das rote Zimmer, 1889) begründet er den historischen Naturalismus. Nachdem von ihm historische Erzählungen und Reiseberichte erschienen waren, erreichte er mit den Dramen des Geschlechterkampfs „Fadren“ 1887 (Der Vater, 1888) und „Fröken Julie“ 1888 (Fräulein Julie, 1889) den ersten künstlerischen Höhepunkt. Der Ausbruch eines Verfolgungswahns in den 90er Jahren in Paris findet seine Niederschrift in „Inferno“ 1897 (deutsch 1898). Dies lässt ihn hinwenden zu okkulten Christentum. Strimdberg nahm die Formen des europäischen Expressionismus und Surrealismus vorweg in mehreren historischen Dramen, Erzählungen und Memoiren. Strindberg wendete sich aber auch der Fotografie und Malerei zu. Zwar behauptete er, dass letztere nur eine Freizeitbeschäftigung gewesen sei. Doch es lässt sich erkennen, dass er in seinen Bildern zum Teil wesentliche Gedanken und Erfahrungen zu verarbeiten versuchte, besonders dann, wenn er unter Schreibblockaden litt. Insofern ist Strindbergs Malerei eng verbunden mit seinem literarischen Werk und spiegelt seine unstete, kontroverse Persönlichkeit gleichermaßen wider. Wurde er zu Lebzeiten von seinen Malerfreunden mitleidig belächelt, so werden heute die symbolgeladenen, expressionistischen Werke bedeutend mehr geschätzt. Das Londoner Auktionshaus Christie's versteigerte sein Gemälde Inferno (1901) Anfang der 1990er Jahre für 1,2 Mio Pfund und nannte ihn „einen der bedeutendsten Maler seiner Zeit“. „Wie die zeichnerischen und malerischen Versuche Victor Hugos, eines anderen Giganten der Literatur, sind Strindbergs Bilder mehr als nur eine Fussnote zu des Mannes schriftstellerischem Werk“, so Georges Waser zum künstlerischen Schaffen des schwedischen Autors. (Text: Holmia (360) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt