Beschreibung
Staden, Hans
Titel: Tupinambá
Reych: Nr. 331 Rio Carioca (Rio de Janeiro)
Geb.: um 1525 in Homburg (Efze)
Gest.: 30.07.1576 in Wolfhagen
Volltext
deutscher Landsknecht und Historiker Hans Staden wurde zu einer Zeit in Hessen geboren, in der Landgraf Philipp der Großmütige die Reformation einführte. 1546 / 47 kämpfte er im Schmalkaldischen Krieg, der zur Aufhebung der Reformation durch Karl V. führte. Staden verließ seine Heimat und reiste über Portugal nach Brasilien. In Pernambucco beteiligte er sich an der Verteidigung portugiesischer Handelshäuser gegen die Indianer. Gleichzeitig dienten die Eingeborenen als Handelspartner, denn der Stamm des begehrten Brasilbaums diente zur Herstellung der in Europa begehrten Textilfarbe. Auf seiner zweiten Brasilienreise befehligte Staden eine Festung, die die mit den Portugiesen verfeindeten Tupinambá-Indianer abwehren sollte. Hier kam Staden seine soldatische Ausbildung Bei einem Jagdausflug wurde Staden von den Indianern gefangen genommen. Eine lange Gefangenschaft begann, bei der Staden immer wieder von einem Häuptling zum anderen als „Gastgeschenk“ gereicht wurde. Nur durch List gelang ihm, nicht von den Wilden getötet und verspeist In Rio de Janeiro trafen die Indianer, die Staden auf einen Kriegszug mitgenommen hatten, auf ein französisches Schiff, das Staden letztlich aus der über 9 Monate dauernden Gefangenschaft freikaufte. 1557 erschien Stadens Reisebericht erstmals unter dem Titel „Warhaftige Historia und Beschreibung eyner Landtschafft der Wilden Nacketen, Grimmigen Menschenfresser-Leuthen in der Newenwelt America gelegen“. Dieses Werk, das als erster umfassender Bericht über die Neue Welt gilt, beinhaltet im ersten Teil die persönlichen Erlebnisse Stadens, im zweiten Teil die detaillierte Schilderung der Lebensweise der Indianer sowie der Flora und Fauna Brasiliens. Noch heute gilt das Werk als wichtiger Bestandteil der Brasilien-Forschung. Zurück in seiner hessischen Heimat ließ sich Staden in Wolfhagen als Pulvermüller und Seifensieder (Text: Rt. Koi (247) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt