Beschreibung
Chopin, Fréderic Francois
Titel: Polonaise
Reych: Nr. 248 Athenae Gottingenses (Göttingen)
Geb.: 22.02.1810
Gest.: 17.10.1849 in Paris
Volltext
oder 01.03.1810 in Zelazowa Wola (Polen) polnisch-französischer Komponist Der Sohn eines eingewanderten Franzosen und einer Polin studierte u.a. bei J. Elsner und lebte seit 1830 als berühmter Pianist und gesuchter Lehrer in Paris, wo er einen bedeutenden Freundeskreis fand. F. Liszt, H. Berlioz, H. de Blazac, H. Heine, G. Meyerbeer gehörten zu seinem Bekanntenkreis. Ein Lungenleiden zwang ihn 1838 zu einer Kur auf Mallorca, wohin ihn die leidenschaftlich verehrte Schriftstellerin George Sand begleitete. 1848 unternahm er, bereits unheilbar krank, eine Konzertreise nach England und Schottland. Chopin hat fast ausschließlich für das Klavier komponiert. Sein Klavierstil wurde von der Klaviermusik Webers, Hummels, u.a. beeinflusst, vor allem aber waren Mozart, Beethoven und Bach seine großen Vorbilder. Empfänglich war er auch für den Belcanto der italienischen Oper, Rossini und Bellini, der in der häufig sanglichen Melodik seiner Themen eine Entsprechung findet. Das Charakteristische und eigentümlich Reizvolle seiner Werke ist jedoch weitgehend dem Einfluss der polnischen Volksmusik zu verdanken, die vor allem in harmonisch-tonalen Reminiszenzen immer wieder anklingt. Trotz dieser Einflüsse hat er sehr schnell zu einem persönlichen Stil gefunden. In der ersten, bis um 1830 reichenden Schaffensperiode wandte er sich vorwiegend klassischen Formen zu, die er, unter besonderer Berücksichtigung der kompositionstechnischen Aspekte des Klaviers, in sehr individueller Weise gestaltete. Seit 1828 schrieb er auch Etüden, in denen sich, wie in den Klavierkonzerten, Virtuosität und Ausdruck wechselseitig bedingen und zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen. Nationale Elemente verarbeitete er in den Polonaisen, im Rondeau à la Mazur und in Krakowiak, Grand Rondeau de Concert für Klavier und Orchester, insbesonders in den zahlreichen Mazurken, in denen er sich, vor allem in der zweiten, bis 1839 reichenden Schaffensperiode, auch als Meister der kleinen Form zeigt. Im Mittelpunkt der letzten Periode seines Schaffens stehen die beiden großen Sonaten in b-moll und h-moll, ferner in den Polonaisen fis-moll und As-Dur und in der Polonaise-Fantasie As-Dur. Chopins Klavierstil ist von seiner Spielweise kaum zu trennen, deren hervorragendste Merkmale höchst nuancierte Dynamik und sein berühmt gewordenes Tempo rubato waren. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt