Beschreibung
Aurbacher, Ludwig Prof.
Titel: Spiegelschwab
Reych: Nr. 382 Bey den Sieben Schwaben (Memmingen)
Geb.: 26.08.1784 in Türkheim
Gest.: 25.05.1847 in München
Volltext
deutscher Schriftsteller Als Sohn eines Nagelschmieds ging Aurbacher in Landsberg zur Schule, war 1793 / 94 Chorknabe in Dießen am Ammersee und besuchte 2 Jahre das Benediktinerseminar in München sowie ein weiteres Jahr im Stift Ottobeuren. Nach dem Gymnasialabschluss blieb er dort 2 Jahre als Novize, trat jedoch aus gesundheitlichen Gründen aus dem Orden aus, wurde 1804 Hofmeister beim Stiftskanzler von Weckbecker in Ottobeuren bis 1808. Mit 25 Jahren brachte er es zum Professor für deutsche Sprache und Stil in München. Seine Exkurse sind heute noch lesenswert. Neben Gedichten, dramatischen Versuchen und zahlreichen pädagogisch-didaktischen Büchern verfasste er das grundlegende „Volksbüchlein" zur Erhaltung und Erneuerung des schwäbischen Volksgutes in 2 Bänden (1827-29). Darin enthalten sind auch die von ihm erfundenen Abenteuer von den „Sieben Schwaben". Der erste der Sieben Schwaben war der Spiegelschwab. Er hieß profan Jäckele und stammte aus Memmingen. Die anderen folgten brav aufgereiht am Spieß, dem Symbol der Einigkeit. In brenzligen Situationen ging dann der Ruf aus „Jäckele, geh' du voran!". Davon abgeleitet ist heute der weitverbreitete Spruch „Hannemann, geh' Du voran", wenn ein anderer die Verantwortung alleine tragen soll. Nach Beendigung seiner Lehrtätigkeit am Münchner Kadettenhaus im Jahre 1834 blieb er weiterhin literarisch tätig. Seine Forschungen für ein schwäbisches Mundart-Wörterbuch sind grundlegend und richtungsweisend. Etliche Dichter, so Hans Sachs, die Brüder Grimm und auch Bechstein haben sich mit diesen hintersinnigen Figuren der Sieben Schwaben beschäftigt, von allen am feinsinnigsten jedoch Ludwig Aurbacher. Erkürung zum ES Spiegelschwab am 21.11. a.U. 126 durch das Reych Bey den Sieben Schwaben. (Text: Rt Vorwärts (382) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt