Beschreibung
Brentano, Clemens
Titel: Wunderhorn
Reych: Nr. 29 Asciburgia (Aschaffenburg)
Geb.: 09.09.1778 in Ehrenbreitstein
Gest.: 28.07.1842 in Aschaffenburg
Volltext
deutscher Dichter Clemens Brentano ist als Sohn des aus Italien stammenden Kaufmanns Pietro Brentano und jener Maximiliane von Laroche, die Goethe in „Dichtung und Wahrheit" mehrfach erwähnt, im Hause seiner Großmutter Sophie von Laroche zur Welt gekommen. Die Mutter starb schon früh und die von fremder Hand geleitete verständnislose Erziehung in verschiedenen Pensionen war sicher wenig geeignet für eine harmonische Entwicklung des Knaben. Nach kurzer und widerwilliger Kaufmannstätigkeit besuchte er die Universitäten in Halle, Jena und Göttingen, um Philologie zu studieren. In Jena machte er die Bekanntschaft mit L. Thieck und Fr. Schlegel sowie mit der Dichtein Sophie Mereau, die er nach ihrer Scheidung auch heiratete. Im Sommer 1801 zog er nach Göttingen und lernte dort Achim von Arnim kennen, mit dem er eine abenteuerliche Poetenfahrt unternahm. Eine Rast in Marburg ließ als erstes reiferes Werk die „Chronik eines fahrenden Schülers" entstehen, die 1818 veröffentlicht wurde. Nach dem Tode seiner ersten Frau und der Scheidung von seiner zweiten Frau, der Frankfurterin Auguste Busmann, zog Brentano nach mancherlei rastlosen Fahrten nach Berlin. Inzwischen hatte er 1805-08 mit Arnim „Des Knaben Wunderhorn" herausgegeben und sich eifrig an Arnims „Zeitung für Einsiedler" beteiligt. Im Frühjahr 1811 finden wir den Unruhevollen auf dem Brentanoschen Familiengut Bukowan in Böhmen, 1813 in Wien, ein Jahr später auf dem märkischen Gut Wiepersdorf bei seinem Freund Arnim, der inzwischen Brentanos Schwester Bettina geheiratet hatte und dann bis 1818 wieder in Berlin. Beim ersten Aufenthalt in Berlin entstanden wirksame Gelegenheitsdichtungen, wie die Kantaten auf den Tod der Königin Luise und zur Eröffnung der Berliner Universität, ferner die „Romanzen vom Rosenkranz"; in Böhmen entstanden seine Dramen „Aloys und Imelde", „Die Gründung Prags", eine klangvolle Dichtung, die Brentano selbst für seine beste hielt, in Wien seine patriotische Dichtung „Viktoria und ihre Geschwister" und eine Bühnenbearbeitung des „Ponce“, die sich keiner Beliebtheit erfreuen konnten. Mehr beachtet wurden hingegen seine glänzenden Theaterkritiken und eine Novelle „Die Schachtel mit der Friedenspuppe". Wieder in Berlin wurden mancherlei neue Werke geschaffen, früher niedergeschriebene neu veröffentlicht. Von ersteren seien genannt: „Rheinmärchen“, „Gockel, Hinkel und Gackeleia" und das „Myrthenfräulein“, von letzteren besonders die „Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl". In Berlin lernte er auch die Dichterin Luise Hensel kennen, von der wir das fromme „Müde bin ich, geh zur Ruh" kennen. Seit 1819 weilte er fünf Jahre am Krankenbett der stigmatisierten Augustinernonne Anna Katherina Emmench bis zu ihrem Tode im Kloster Dülmen (Westfalen). Die letzten Jahre lebte er wieder von Unrast getrieben in Frankfurt, Regensburg, München und zuletzt in Aschaffenburg, der Dichtung fast völlig abgewandt. Er verstarb bei seinem Bruder Chnstian. Dass der Dichter zum Ehrenschlaraffentum prädestiniert war, erweist eine Briefstelle an Arnim vom Februar 1803, wo er eine „Gesellschaft" von Gebildeten vorschlägt, „die verschiedene Grade haben und sich in künstlicher Vermummung halten müssten, ironisch in der Gestalt des höchsten Ernstes". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt