Reych Nr. 276

Bismarck, Otto von

Unbekannt ·A-C

Beschreibung

Bismarck, Otto Fürst von
Titel: Teut
Reych: Nr. 276 Zu den Gyssen (Gießen)
Geb.: 01.04.1815 in Schönhausen
Gest.: 30.07.1898 in Friedrichsruh

Volltext

deutscher Staatsmann Als der kleine Otto 12 Monate alt war, zogen die Eltern aus dem Herrschaftshaus von Schönhausen aus und siedelten nach Kniephof in Pommern um. Nachdem der junge Bismarck im Alter von zwölf Jahren das Plamannsche Institut verlassen hatte, verbrachte er 3 Jahre am Friedrich-Wilhelm- Gymnasium und zwei Jahre am hochgeachteten Grauen Kloster in Berlin, weil es der Mutter gelungen war, wieder einen Haushalt in Berlin einzurichten. Bismarck mochte Berlin nicht, weder in seiner Jugend, noch auf dem Gipfel des Ruhms. Er lernte Französisch, mochte Goethe und Schiller, mehr noch Shakespeare und Byron. 1832 ging er nach Göttingen im Königreich Hannover an die beliebte deutsche Universität, die 1734 von George II. von England gegründet wurde. Er sollte Jura studieren, aber er wollte sein Studentenleben auskosten und da er mit den Prinzipien der Burschenschaften nicht einverstanden war, trat er in das exklusive Korps Hannovera ein. Trotz Faulenzen und Schwänzen von Vorlesungen bestand er sein Examen. Er verschuldete sich so hoch, dass er in seinem letzten Uni-Jahr nach Berlin ging, wo er Geld sparen konnte, indem er zuhause wohnte. Aufgrund seiner Bekanntschaft mit der königlichen Familie erhielt er einen Verwaltungsposten in der freien Reichsstadt Aachen, von dem er wegen einer Liebesaffäre mit einer jungen Engländerin suspendiert wurde. Die Zentralverwaltung versetzte ihn nach Potsdam. Am Neujahrstag 1839 starb seine Mutter. Im Oktober des gleichen Jahres reichte Bismarck mit 24 Jahren seinen Abschied vom Staatsdienst ein und verschwand in die ländliche Einsamkeit des Gutes Kniephof, das er zusammen mit seinem Bruder führte. Während seiner kurzen Militärzeit von 6 Monaten in Greifswald hatte er sich nebenbei auf Landwirtschaft und Güterverwaltung vorbereitet. Er wurde mit dem Ehrenamt eines Deichhauptmanns betraut, das ihn verpflichtete, den Schutz der Deiche zu übernehmen. 1846 heiratete er Johanna von Puttkamer aus dem Gut Reinfeld in Hinterpommern. Seine politische Karriere begann als Abgeordneter im Vereinigten Landtag für Magdeburg im preußischen Sachsen mit seiner bekannten Antrittsrede am 17. Mai 1847. Im März 1850 bekam er einen Sitz im Erfurter Parlament und begann sich mit der Idee „Preußen“ zu befassen. Im gleichen Jahr hat Preußen in ihm einen neuen Repräsentanten für den Bundestag in Frankfurt gefunden. Ende März 1859 begab er sich auf eine anstrengenden Reise per Kutsche und Schlitten nach St. Petersburg, um die Stelle eines Botschafters anzutreten. Die hartnäckige Weigerung des Kronprinzen Friedrich, die Krone zu übernehmen, hatte die von König Wilhelm geplante Abdankung verhindert. In Babelsberg an der Havel wurde Bismarck zum Ministerpräsidenten und designierten Außenminister ernannt (Sept. 1862). In den folgenden acht Jahren hat Bismarck das Reich seines Souverän bedeutend vergrößert, Österreich aus Deutschland vertrieben, das Imperium Napoleons zerstört und die deutschen Staaten einschließlich Elsass-Lothringen unter dem preußischen König, der 1871 deutscher Kaiser wurde, Nach wiederholtem Drängen erfolgte Bismarcks Rücktritt 1890. Er starb in der Nacht zum 30. Juli 1898. Sein Kaiser hatte ihn sieben Monate zuvor zum letzten Mal besucht. (Text (gekürzt): N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt