Reych Nr. 118

Verdi, Guiseppe

Unbekannt ·V-Z

Beschreibung

Verdi, Guiseppe
Titel: Trovatore
Reych: Nr. 118 Tergeste (Triest)
Geb.: 10.10.1813 in Le Roncole
Gest.: 27.01.1901 in Mailand

Volltext

italienischer Komponist Verdis Vater war Krämer und Schankwirt in dem kleinen Dorf Le Roncole im Herzogtum Parma. Um Giuseppe einen ordentlichen Schulbesuch zu ermöglichen, wurde er zu dem mit dem Vater befreundeten Kaufmann Barezzi in dem nahegelegenen Busseto geschickt, wo sich schon bald seine Begabung für die Musik zeigte. Schon in seinem Geburtsort hatte er sich ein paar Lire verdient, indem er die Organistenstelle vertrat. Ein Gönner verschaffte Verdi ein Stipendium für das Konservatorium in Mailand, doch wurde er zur allgemeinen Enttäuschung „wegen erwiesener Unfähigkeit" nicht zum Studium zugelassen. So nahm er drei Jahre lang Privatstunden bei V. Lavigna, einem Dirigenten und Musiklehrer, der ihn mit Mozart, Beethoven und Mendelssohn bekannt machte. 1836 kehrte er als „Maestro di musica" nach Busseto zurück. Hier komponierte er zwar Orchesterwerke, aber seine Gedanken waren bereits bei den Opern, die er an der Mailänder Scala kennen gelernt hatte und die ihm deutlich machten, auf welchem Gebiet seine Aufgabe lag. 1839 wurde denn auch seine erste Oper „Oberto“ an der Scala aufgeführt, die ihm eine Reihe weiterer Aufträge einbrachte, darunter „Nabucodonosor" nach einem Textbuch, das Otto Nicolai zuvor ablehnte. Als „Nabucco“ wurde die Oper 1842 ein großer Erfolg. Mit ihr und „I Lombardi" stellte er sich in die erste Reihe der italienischen Komponisten seiner Zeit. Bis 1849 schrieb Verdi 13 Opern, zum Teil nach Dramen von Schiller und Shakespeare, die sich anfangs nicht durchzusetzen vermochten, was zumeist an den Librettisten lag. Bei den Uraufführungen jedoch lösten manche seiner Werke wahre Begeisterungsstürme beim Publikum aus. Die Erfolge ermöglichten ihm den Kauf eines Landhauses in Sant'Agata. „Ernani“ (1844), „Macbeth“ (1847), „Luise Miller" (1849) und „Stiffelio“ (1850) brachten ihn auf den Weg zum Weltruhm, der ihm mit dem Dreigestirn „Rigoletto“ (1851), „Der Troubadour" (1853) und „La Traviata" (1853) endgültig zufiel. Verdi war mittlerweile der größte Opernkomponist der italienischen Oper. Eines seiner schönsten Werke „Un Ballo in Maschera" (1859) war ein weiterer ,Erfolg, wenn auch die österreichische Zensur erhebliche Schwierigkeiten machte und zur Änderung des Textes zwang. 1862 schrieb er für das Opernhaus in St. Petersburg „La forza del dezino" (Macht des Schicksals), dessen Textbuch zu wünschen übrig ließ, aber dennoch die beliebteste Oper Verdis blieb. Nach einigen Jahren Pause erschien in Paris „Don Carlos" (1867). Wieder einige Jahre später erklärte sich Verdi einverstanden, zur Eröffnung des Suez-Kanals eine Oper zu schreiben, die „Aida“. Wenn man überhaupt von Superlativen sprechen darf, so war sie wohl das berühmteste Werk Verdis. Höchste Reife prägte sich in den Spätwerken „Othello" (1887) und „Falstaff' (1892) aus. Dies ist zuletzt auch den überragenden Textbüchern von Arrigo Boito zu verdanken. Er war Dichter und Komponist, von Wagner beeinflusst, stellte sich aber nach der Begegnung mit Verdi in selbstloser Weise in den Dienst der Verdischen Oper. Das einzige Kammermusikwerk, das Streichquartett in e-moll, entstand 1873. Im gleichen Jahr starb der von Verdi sehr geschätzte Dichter A. Manzoni, dem er ein Requiem schrieb, das 1874 aufgeführt (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt