Beschreibung
Waggerl, Karl Heinrich
Titel: Wagrainer
Reych: Nr. 296 Auf der Mauer (Wien)
Geb.: 10.12.1897 in Bad Gastein
Gest.: 04.11.1973 in Schwarzach im Pongau
Volltext
österreichischer Erzähler und Lyriker Der Sohn eines Zimmermanns musste früh zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Der Vielseitige war Liftboy, Zeitungsverkäufer und Bergführer, bevor er das Lehrerseminar in Salzburg besuchte. Wegen schwacher Gesundheit schied er aber bald wieder aus dem Lehrberuf aus und ließ sich als Buchbinder und Kunsthandwerker in Wagrain nieder. „So hat alles seinen Sinn und seine gute Ordnung" in der kleinen Welt des österreichischen Romanschriftstellers, Erzählers und Lyrikers, in der - um mit dem Titel seiner Autobiographie zu sprechen - „Fröhliche Armut", 1948, und ein gutes, gläubiges Herz irdische Reichtümer aufwiegen und ,jene Kräfte" sind, „die das Ganze trotz allem im Gleichgewicht halten". Waggerl, wie schon erwähnt, aus ärmlichen Verhältnissen kommend und nach mancherlei Erwerbstätigkeiten einige Jahre Lehrer, versuchte zwar anfangs die Probleme der sozial Benachteiligten aufzuspüren, aber in seinen Dorfromanen „Brot“, 1930, „Schweres Blut", 1931, „Das Jahr des Herren", 1934, verklärte, poetisierte er jedoch zunehmend die soziale Wirklichkeit. Er will Trost spenden durch den Lobpreis der fleißigen Hand, des Glaubens und der Wunder der Natur. Seine Helden ertragen ihr Schicksal mit Humor, sie freuen sich, wenn ihnen etwas Gutes zustößt. In dieses unwirkliche Gefilde selbstgenügsamer Menschen dringt kein Hauch moderner Lebenswirklichkeit. Dafür hat Waggerl seine Liebe zu Gräsern, Blumen und mancherlei Getier immer wieder in Wort und Bild festgehalten: „Wiesenbuch“, 1932, „Heiteres Herbarium", 1950, „Liebe Dinge“, 1956. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt