Reych Nr. 24

Waldmüller, Ferdinand Georg

Unbekannt ·V-Z

Beschreibung

Waldmüller, Ferdinand Georg Prof.
Titel: Waldzauber
Reych: Nr. 24 Vindobona (Wien)
Geb.: 15.01.1793 in Wien
Gest.: 23.08.1865 in Hinterbühl bei Mödling

Volltext

österreichischer Maler Sein Vaterhaus stand in Wien am Tiefen Graben, es war das Gasthaus „Zur Weintraube". Der Geburtstag ist ein bedeutungsvolles Datum, denn es verrät, dass Waldmüller die welterschütternden Umwälzungen der napoleonischen Zeit, die in Besonderheit Wien, das Volk und das Kaiserhaus Österreich in Mitleidenschaft zogen, im aufnahmefähigsten Jünglingsalter miterleben musste. Waldmüllers Weg zur Kunst war kein ebener. Er musste viele Hindernisse überwinden, bis er sich ganz und sorglos seiner holden Göttin weihen konnte. Im Jahre 1822 eröffneten sich ihm die Pforten der Akademie-Ausstellung. Fünf Bilder von ihm standen aus und gefielen. 1826 reiste er zum ersten Male nach dem Süden. In Rom fesselten ihn die alten Italiener der Galerien, gewaltsam musste er sich von ihnen trennen - doch neunzehn Male kehrte er in seinem Leben wieder. 1830 wurde er als Professor an die Wiener Akademie berufen, was ihn nicht hinderte auch nach Paris zu reisen. In der Folge wurde er kaiserlicher Rat, Kustos der Lambergschen Galerie und vielerlei neue Beziehungen brachten neue Beziehungen. Er war ein echter Wiener. Seine Stärke als Maler war die Landschaftsmalerei, aber auch die Malerei von Personen und da haben es ihm die Damen besonders angetan. So heißt es in einer Beschreibung: „Ach Gott, welche zarte Holdchen hat er gemalt! Frühlingsgesichterl – noch ganz naiv, und doch lacht schon aus dem Augenwinkel, aus einem Fältchen des kokett geschürzten, süßen Mäulchen das Weib! Und wieder andere, voll Glut und Rasse.. ." Er ist einer der ganz Seltenen, deren Kunst im Alter auch nicht zurückgeht, sondern immer reifer, feiner, differenzierter wird. Im Jahre 1857 wurde Waldmüller mit halbem Gehalt pensioniert, weil er sich mit seinen Flugblättern wider die Auswüchse des akademischen Kunstunterrichts missliebig gemacht hatte. In Briefen und Eingaben ging er dagegen an, doch lange vergeblich. Man schrieb schon das Jahr 1864, als man ihm endlich Gehör schenkte und ihn wieder in seine Rechte einsetzte, es war höchste Zeit, denn er hatte nicht mehr lange zu leben. Im August 1865 starb er an seiner geliebten Staffelei, auf dem ein Gemälde mit dem bedeutungsvollen Titel „Wiedererstehung zu neuem Leben" seiner Vollendung entgegenharrte. Was malte Waldmüller? Alles! Landschaften, Figuren, Stilleben, es müsse einem alles gelingen! In seinen Portraits ist bezaubernde Charakteristik. Wenn er seine Frau Anna malte, so spritzt Sinnenfreude aus jedem Pinselstrich. Wenn er die „alte Bayer" ins Porträt setzt, so wird es die Verkörperung der tüchtigen Wiener Bürgersfrau und wenn es Kaiser Franz I. war, dann entstand unter seinem Pinsel der Prototyp des Habsburgers. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt