Reych Nr. 378

Wolf, Hugo

Unbekannt ·V-Z

Beschreibung

Wolf, Hugo
Titel: Feuerreiter
Reych: Nr. 378 Graetz an der Mur (Graz)
Geb.: 13.03.1860 in Windischgarten
Gest.: 22.02.1903 in Wien

Volltext

österreichischer Komponist Windischgraz war einst eine Enklave im slowenischen Siedlungsgebiet des Kaiserreichs Österreich- Ungarn. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die südliche Steiermark Jugoslawien zugeteilt. Windischgraz heißt seitdem Slovenj Gradec. Hier betrieb der Vater Filip Wolf in dritter Generation eine Gerberei und Lederhandel. Bereits mit 5 Jahren wurde Hugo Wolf vom Vater im Violinspiel und etwas später auch im Klavierspiel unterrichtet. 1865-69 hat Hugo Wolf die 4-klassige Pfarrhausschule besucht und versuchte bis 1875 nacheinander in 3 Gymnasien Fuß zu fassen. Als der Fünfzehnjährige von der Schule ging, um Musiker zu werden, hatte der Vater zornig reagiert, aber da dem Jungen die Musik „wie Essen und Trinken" war, durfte er schließlich doch in Wien an das Konservatorium gehen, aber länger als ein Jahr hielt er es dort nicht aus. Das technische Rüstzeug hatte er dort einigermaßen gelernt, um sich selbst weiterzubilden. Von 1884 bis 1887 war er als Musiklehrer tätig und schrieb kritische Beiträge für das Wiener „Salonblatt". 1888 vertonte Wolf in wenigen Monaten 124 Gedichte von Mörike, darunter „Gesang Weylas", „Verborgenheit“, „Das verlassene Mädchen", „Der Feuerreiter" und „Jägerlied“, von Goethe „Beherzigung“, „Wanderers Nachtlied", „Der Harfner", „Ganymed“ und „Anakreons Grab", sowie von Eichendorf. Als 1892 Wolfs große Zyklen mit Ausnahme des „Italienischen Liederbuches" vorlagen, konstatierte Bülow kritisch: „Bei aller Anerkennung seiner reichen und blühenden Phantasie befindet er sich noch im Vorhof eines recht vorhöfischen Dilletantismusses." Dennoch gilt Wolf als Meister des Liedes. In seinen Liedern, auf die er die Grundsätze der Wort-Ton- Gestaltung Richard Wagners übertrug, brachte er eine Fülle neuen Ausdrucks ein, der die ganze Stufenleiter menschlicher Empfindungen feinsinnig und treffen umspannt. Er führte die Singstimme frei nach der Sprachmelodie und dem Aufbau der Dichtungen. Wolf ist neben Schubert der letzte Großmeister hervorragender Liedkompositionen im romantischen Geist. Von seinen Chorwerken sind zu erwähnen: „Elfenleid“, „Christnacht“, „Dem Vaterland". 1895 entstand seine erste Oper „Der Corregidor", die ein Jahr später in Mannheim uraufgeführt wurde. „Manuel Venegas" blieb unvollendet, da seine Krankheit, gegen die er mit seinem Geiste und seinem Willen angekämpft hatte, sich inzwischen so verschlimmerte, dass ihn seine Freunde 1898 in die Landesirrenanstalt in Wien einliefern mussten. Dort verstarb er 1903 in geistiger Umnachtung. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt