Reych Nr. 120

Ortega y Gasset, José

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Ortega y Gasset, José Prof.
Titel: Don Pro und Contra
Reych: Nr. 120 Ravensbergia (Bielefeld)
Geb.: 09.05.1883 in Madrid
Gest.: 18.10.1955 ebenda

Volltext

spanischer Philosoph, Journalist und Schriftsteller José Ortega y Gasset war der Sohn eines Druckers, ging zunächst in die Jesuitenschule in Miraflores del Palo, bevor er in Madrid mit dem Studium der Literatur und Philosophie begann. Von 1906 bis 1910 studierte er an deutschen Universitäten in Leipzig, Berlin und Marburg, wo ihn Cohen, der bekannte Kantforscher stark beeinflusste. Seit 1911 war er als Professor der Philosophie an der Universität in Madrid tätig, aber sein Hauptberuf wurde Journalist. In zahlreichen Aufsätzen und Büchern sowie als Herausgeber der „Revista de Occidente" ist Ortega seit der Veröffentlichung seiner „Meditaciones del Quijote" (1914) und der „Espana invertebrada", d.h. das wirbellos gewordene Spanien (1922), ein einflussreicher Lehrer des neuen Spaniens geworden und hat darüber hinaus als Soziologe und Kulturphilosoph europäischen Ruf erlangt. Berühmt wurde er durch seine feurige Rede gegen Alfons XIII. im Teatro de la Comedia im Jahre 1914. Er machte viele Südamerikareisen, um Land und Leute zu studieren. Grundgedanken seiner Philosophie waren die Kampfansage gegen Rationalismus und Realismus zugunsten eines individualistischen Lebensgefühls. Die Kultur soll dem Leben dienen. Die bekanntesten Sammlungen seiner Aufsätze sind: „Vieja y nueva politica" (Alte und neue Politik), „Personas, obras, cosas" (Personen, Werke und Sachen). In deutscher Übersetzung sind erschienen „El tema de nuestro tiempo" (die Aufgabe unserer Zeit), „La rebelion de las masas" (der Aufstand der Massen) und ein Einzelaufsatz, „Vom Einfluss der Frau auf die Geschichte" (1930). Im spanischen Bürgerkrieg 1936 floh er nach Portugal. Nach dem Sieg von General Franco wurde er eingeladen, wieder nach Spanien zurückzukehren, was er jedoch ablehnte. Er ging zunächst nach Argentinien, dann nach Chile und später nach Peru (1941), wo er an der Universität von San Marcos in Lima eine Professur erhielt. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt