Reych Nr. 378

Marx, Joseph

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Marx, Joseph Prof. Dr.
Titel: Beppo
Reych: Nr. 378 Graetz an der Mur (Graz)
Geb.: 11.05.1882 in Graz
Gest.: 03.09.1964 ebenda

Volltext

österreichischer Musiker Seine musikalische Ausbildung erhielt er zunächst im Elternhaus, später in der Musikschule Buwa. Schon im Gymnasium entstanden zahlreiche Bearbeitungen für Streichquartette, auch fielen erste Kompositionen in diese Zeit. An der Grazer Universität studierte er Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik und Archäologie und promovierte im November 1909 zum Dr. phil. Mit der Arbeit „Welche Gesetzmäßigkeiten begreift die Musiktheorie unter der Tonalität?" errang er überdies den ersten „Wartinger-Preis". Ende 1914 als Professor an die k.k. Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien berufen, lehrte er Musiktheorie. 1922 übernahm er nach Loewe die Leitung der Akademie und verfolgte unablässig die Gründung einer Hochschule. 1924 wurde er ihr erster Rektor und blieb es bis 1932/33 beriet er die türkische Regierung bei der Neugestaltung des Musiklebens. Als Musikkritiker schrieb er vom Dezember 1931 bis zur Auflösung der Zeitung 1938 für das „Neue Wiener Journal" und seit 1945 für die „Wiener Zeitung". Die Tätigkeit an der Wiener Musikakademie beendete er 1952. Primär vom Naturleben, vor allem von der südsteirischen Landschaft Hugo Wolfs inspiriert, sind die Werke von Marx Stimmungsmusik reinster Prägung und Ausdruck eines ungewöhnlichen Schönheitsempfindens. Südländische Melodienfreude; romantischer Impressionismus und das Klangerleben der jungrussischen Schule, vor allem Skrijabins, verbinden sich in ihnen zu charakteristischer Synthese. Dazu kommt ein starker Sinn für Polyphonie, dem auch die Mittelstimmen der Kompositionen ihre lebensvolle Fraktur verdanken. Als Ausgleich gegen die stets überquellende Phantasie ist dem wissenschaftlich hochgebildeten Musiker ein scharfes Denken zu eigen, das Inhalt und Form in Übereinstimmung zu bringen sucht. Er gilt als einer der bedeutendsten Liederkomponisten der heutigen Zeit. Er schrieb Symphonien (Herbstsymphonie), Klavierwerke, Sonaten, Chorwerke, Kammermusik und vieles mehr. Als Kritiker und Essayist hat Joseph Marx auch wesentliche Beiträge zur musikalischen Zeitgeschichte Wiens geleistet. An seinem 65. Geburtstag hat ihm die Heimatstadt Graz, in die er nur zurückkehrte, um Konzerte zu veranstalten, ob seiner großen Verdienste das Ehrenbürgerrecht verliehen. Für besondere Leistungen auf dem Gebiete der Musik stiftete er den nach ihm benannten Joseph-Marx-Preis. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt