Reych Nr. 296

Neuwirth, Walter Maria

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Neuwirth, Walter Maria Prof. Dr.
Titel: Brücke
Reych: Nr. 296 Auf der Mauer (Wien)
Geb.: 04.07.1896 in Wien
Gest.: 14.09.1996 ebenda

Volltext

österreichischer Philosoph weiland Sasse des H.R. Auf der Mauer (Rt. Anapäst) Walter Maria Neuwirth wurde in Wien als Sohn sudetendeutscher Eltern geboren. Im Ersten Weltkrieg nahm er als Leutnant an 8 der 12 Isonzoschlachten teil. Diese Ereignisse verarbeitete Neuwirth in den 30er Jahren in seinem Roman „Helden“. Seinen Beruf als Mittelschulprofessor für Latein, Griechisch und Deutsch konnte Neuwirth nach dem 2. Weltkrieg, an dem er ebenso als hochdekorierter Offizier teilgenommen hatte, nicht mehr aufnehmen. Dies mag vielleicht ein Glück gewesen sein, denn so konnte er sich verstärkt der Philosophie und der Literatur zuwenden. Als Romanautor, Lyriker, Sprach-, Kunst- und Kulturwissenschaftler gehen auf ihn zahlreiche Veröffentlichungen und mehr als 20 Bücher zurück. Kernstück ist sein Brückenwerk in 7 Bänden, Lyrik, der Neuwirth selbst keinen großen Erfolg versprach, „weil man beim Lesen den Inhalt und Sinn verstehen kann.... im Gegensatz zur heutigen Lyrik“. Auch wenn sich Neuwirth zeitlebens zu seinen deutschen Wurzeln bekannte, die deutsche Sprache liebte und Zeitströmungen kritisch als Niedergang der Eigenständigkeit ansah, war ihm der geistige Brückenbau zwischen allen Menschen ein humanistisches Bedürfnis mit dem Ziel, Nationalismus zu überwinden und ein Weltbürgertum zum Frieden zwischen allen Menschen zu erlangen. Dieses Lebensziel brachte er auch in Schlaraffia ein und schuf den Ahnen der Geistigen Brücke, der unter dem Prinzip „Jeder wirke in seiner eigenen, freien Weise“ Sassen im gesamten Uhuversum zusammenbringen wollte, „die ein ausgeprägtes geistiges Leben führen oder anstreben“. Diese unsichtbare Brücke geistiger Impulse war als ein „dem modernen Denken angepasstes Mysterium“ gedacht, welches der „Erkenntnis und der Verinnerlichung, der Zusammenführung und der Freundschaft, der Humanität und dem Frieden“ dienen sollte. Doch wurde diese Verbindung innerhalb Schlaraffias als „Verein im Verein“ betrachtet, was a.U. 117 zum Verbot durch den Allschlaraffenrat Doch auch dies trug Rt. Anapäst, wie er sich als Sasse des Reyches Auf der Mauer nannte, mit Nachsicht und Toleranz und es brachte ihn nicht davon ab, sich weiter für Schlaraffia einzubringen. Sein Freund Rt. Ol Clear (296) beschreibt sein schlaraffisches Tun wie folgt: „Obwohl Anapäst erst als 60-jähriger zu unserem Bunde stieß, war er mit Leib und Seele Schlaraffe. Er hielt Vorträge auf höchstem Niveau, was des öfteren so manchen Zuhörer in Schwierigkeiten brachte. Selbst war er ein aufmerksamer Zuhörer, obwohl die Vorträge ihn manchmal zur Verzweiflung brachten.“ Der schlaraffisch wie profan hochdekorierte Rt. Anapäst / Prof. Dr. Walter Maria Neuwirth blieb unserem Bund fast 40 Jahre liebevoll verbunden, bis er kurz nach seinem 100. Geburtstag die Brücke gen Ahall beschritt. (Text: Rt. Koi (247) auf Basis von Texten des Rt. Ol Clear (296), von diesem freundlicherweise zur Verfügung gestellt)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt