Reych Nr. 165

Weinheber, Josef

Unbekannt ·V-Z

Beschreibung

Weinheber, Josef (auch das Gymnasium besuchte.)
Titel: Hymnus der Wienerische
Reych: Nr. 165 Kremisia Wachaviae (Krems / Donau)
Geb.: 09.03.1892 in Wien-Ottakring
Gest.: 08.04.1945 in Kirchstetten

Volltext

österreichischer Schriftsteller Der Lyriker Josef Weinheber (er hat sich auch als Romancier, Essayist und Landschaftsmaler versucht) war Sohn eines Metzgers und Viehhändlers und späteren Gastwirts in Wien. Nach dem frühen Tod seiner Eltern erlebte er harte, entbehrungsreiche Jahre im Waisenhaus in Mödling, wo er Von 1912 bis 1932 war er Postbeamter in Wien, zuletzt Inspektor des Post und Telegrafendienstes. Seit 1925 suchte er auf Reisen durch Frankreich, Italien, Dalmatien, Deutschland und die Schweiz seine Bildung zu ergänzen und lebte seit 1932 als freischaffender Schriftsteller, von 1936 an in seinem Landhaus in Kirchstetten bei St. Pölten. In seiner Lyrik klammerte sich Weinheber an den 1933 „offiziell" gewordenen heroisierenden Neoklassizismus, an die „zuchtvollen" Formen und Metren der Antike und Renaissance und verkündete die bindenden geistigen Werte eines erhaben-heroischen Daseins. Dabei wurde die Magie des Wortes oft über den Inhalt gestellt. Der Gedichtband „Adel und Untergang" (1934) machte ihn schlagartig berühmt. Bände wie die „Späte Krone", „Zwischen Göttern und Dämonen", „Kammermusik" u.a.m. trugen ihm zahlreiche Literaturpreise und Ehrungen, auch durch den Nationalsozialismus ein. „Geehrt hat mich die Macht, doch nicht gefragt . . . Und alles, was ich sprach, bleibt ungesagt ." Seine aus zeitbedingter Überschätzung erfolgte Emporstilisierung zum bürgerlichen Nationaldichter endete tragisch: Beim Einmarsch der Russen in Wien starb er an einer Überdosis Schlaftabletten. Eine volksnahe und liebenswürdige Seite seines Wesens zeigt sich in „Wien wörtlich" (1935) mit Versen, die teilweise in Wiener Mundart geschrieben sind und in „O Mensch, gib acht" (1937). Diese beiden Bände geben Fühlen, Denken und Treiben des Wiener Volkes mit heiterer Überlegenheit und gemütvollem Humor wieder. (Text: Rt. Triolett (324))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt