Reych Nr. 353

Wildenbruch, Ernst von

Unbekannt ·V-Z

Beschreibung

Wildenbruch, Ernst von Dr. h.c.
Titel: Harald der Rabensteiner
Reych: Nr. 353 Castellum Novaesium (Neuss)
Geb.: 03.02.1845 in Beirut
Gest.: 15.01.1909 in Berlin

Volltext

deutscher Legationsrat und Dichter Ernst von Wildenbruch war der Sohn des preußischen Generalkonsuls und späteren Gesandten in Konstantinopel Louis von Wildenbruch, Enkel des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen. Er verbrachte seine Knabenjahre in Konstantinopel und Athen. 1857 kam er nach Deutschland, wo er in Halle/Saale das Pädagogium und später das französische Gymnasium in Berlin besuchte. 1859 trat er in das Kadettencorps zu Potsdam ein und wurde 1863 Gardeleutnant im I. Garderegiment. 1865 nahm er seinen Abschied und studierte in Berlin von 1867 bis 1870 die Rechte. 1876 wurde er Richter in Eberswalde, kam 1877 ins Auswärtige Amt, wurde 1889 Legationsrat und 1897 Geheimer Legationsrat. Wildenbruch nahm an den Feldzügen 1866 und 1870171 teil. Als Dichter wurde er zuerst durch seine Heldenlieder „Vionville" und „Sedan“ bekannt. Bedeutender als in seiner Lyrik voll pathetischer Beredsamkeit, wie „Die Söhne der Sibyllen und Nomen", „Lieder und Balladen", ist Wildenbruch als vaterländischer Dramatiker und Erzähler. Durch seine gewandte Bühnentechnik erzielte er packende Wirkungen. Von den historischen Dramen seien genannt: „Spartakus“, „Die Karolinger", „Väter und Söhne", „Christoph Marlow", „Die Quitzows", „Der neue Herr", „Heinrich und Heinrichs Geschlecht", „Die Tochter des Erasmus" und „Die Rabensteinerin". „Die Quitzows" waren in Berlin sein größter Bühnenerfolg, „Die Rabensteinerin" brachte ihm den Grillparzerpreis und eine Reihe mit viel Erfolg aufgeführte Tragödien 1884 und 1896 den Schillerpreis. Spannende Erzählungen und Romane sind die griechische Künstlergeschichte „Der Meister von Tanagra", „Eifernde Liebe", „Tiefe Wasser" und „Neid", die Kindergeschichten „Kindertränen“ und „Das edle Blut". Dramatischer Sinn und starkes nationales Pathos haben dem Dichter, der 1900 in den Ruhestand trat, ein bedeutendes Ansehen eingetragen. 1892 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Philosophie verliehen. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt