Beschreibung
Walli, Wilhelm Adolf
Titel: Krampelstein
Reych: Nr. 77 Neostadia (Wiener Neustadt, erk. 06.05.101)
Geb.: 02.03.1877 in Pitten
Gest.: 12.12.1959 in Edlitz-Grimmenstein
Volltext
Ingenieur und Mundartdichter Weiland Sasse des H.R. Neostadia Wilhelm Adolf Walli, der ja noch in Pitten geboren wurde, wuchs ab seinem vierten Lebensjahr als ältester von mehreren Geschwistern in einer gut behüteten Fabrikbesiterfamilie auf. Von 1883 bis 1887 besuchte er die Volksschule in Pitten, dann vier Klassen Realschule in Wiener Neustadt. Hier absolvierte er auch 1895 die Maschinenbauschule. Als Einjährig-Freiwilliger diente Walli beim Eisenbahnregiment in Korneuburg. Den Ingenieur-Titel erwarb er sich 1899 am Polytechnikum in Berlin- Charlottenburg. In der Papierindustrie brachte er es beruflich zu höchstem Ansehen und stieg sogar zum Sachverständigen für das gesamte österreichische Papierwesen auf. Für seine Verdienste wurde ihm der Titel eines Kommerzialrates verliehen. Adolf Walli starb am 28. Dezember 1959. Seine Grabstätte liegt nahe seiner ehemaligen Fabrik in Edltz-Grimmenstein. Wilhelm Adolf Walli war mit der ganzen Welt in brieflichen Kontakten. Er hatte die Gabe, mit wenigen Worten Wesentliches zu sagen und er verstand es, diese Gabe zur Freude vieler zu gebrauchen, im profanen und schlaraffischen Schriftverkehr und in seinen Dichtungen, die kleine Begebenheiten aus der „Buckligen Welt“ widerspiegeln. In seiner Wiener Neustädter Zeit wohnte er mit dem Sohn Peter Roseggers zusammen in einer Studentenbude. Durch ihn lernte er den Dichter Rosegger (Rt. Heimgarten des h.R. Grazia) kennen. Die persönliche Bekanntschaft die auch durch die geringe Entfernung der jeweiligen Standorte leicht aufrecht zu erhalten war förderte seine Bewunderung für den steirischen Dichter und bestärkte ihn, seine eigenen Mundartdichtungen zu veröffentlichen. Seine Mundartdichtungen erschienen in Buchform unter den Titeln „Aus da bucklaten Welt“, „Fürs bucklate Löbn“, „Was sih so tuat am Land“, „Von der Obrigkeit“, „Von die Doktern“, „Vom kloan G’sindl“. Die Büchlein sind leider nur antiquarisch erhältlich. In seinen Aporismen zeigt sich noch mehr seine Fähigkeit, Gedanken in kurze Form zu fassen. Der Pate von Adolf Walli war R. Ludy (Karl Ludikowsky), Lebzelter in Wr. Neustadt und Ehrenbürger der Stadt. Dieser führte ihn a.U. 44 in das Reych Neostadia ein, wo er am 06.01.45 als Prüfling aufgenommen und nach positiver Kugelung am 3.2. 45 als Knappe 140 in unseren Bund aufgenommen wurde. Bereits am 23.03.45 wurde er zum Jk. Willi erhoben. Den Ritterschlag und den Namen „Rt. Krampelstein von Versewitz“ erhielt er am 22.2.46. Schon zu Ende seiner ersten Sippung im Reych Neostadia glänzte Krampelstein durch ein Blitzprotokoll. Sein sich selbst gegebenes Versprechen, zu jeder Sippung einen Vortrag zu bringen, hat er in den 55 Schlaraffenjahren bis zu seinem Ahallaritt gewissenhaft eingehalten. Profane Aufgaben ließen ihn a.U. 58 bis 61 im Reych Hippolytana sesshaft werden. Nach seiner Rückkehr widmete er sich wieder ganz seinem Reych Neostadia., das er in späterer Folge für insgesamt 24 Jahre vom Thron aus regierte. Er war es auch, der die letzte Sippung der Neostadia vor der uhufinsteren Zeit mit den Worten „Auf baldiges Wiedersehen“ schloss. Nach 9 langen Jahren schließlich war er einer der ersten, die in einer Notburg das Sippungsgeschehen wieder aufnahmen. Wie viel ihm dieser Freundschaftsbund bedeutete und wie viel es den Schlaraffenreychen bedeutete , ihn als engen Freund und Gönner bezeichnen zu dürfen, manifestiert sich in den Auszeichnungen, die ihm zuteil wurden. Er war Träger von nicht weniger als 22 Ehrenhelmen. Außerdem war er Ursippe, Bastaritter und wurde vom Reych Neostadia mit „Unser Lieber Vater“ geehrt. Als Erboberschlaraffe war er viele Jahre schlaraffisches Vorbild und hat sich viele Freunde im Uhuversum geschaffen. Heute ist er Ehrenschlaraffe „Vater Krampelstein“ in den Reychen Neostadia (77) und Castellum Cornoviae (181). Neben ständiger Förderung des blühenden Lebens im eigenen Reych wollte er auch neue Akzente in die Verbindungen nach außen tragen. So erweckte Vater Krampelstein a.U. 94 in seinen letzten Lebensjahren die „Wildensteiner Ritterschaft zur blauen Erde“ (urspr. 1790 gegründet) auf Burg Seebenstein wieder zu neuem Leben. Diese war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Ritterbünde des vorigen Jahrhunderts. Inhaltlich war sie schlaraffisch, aber auch in Zielsetzung und Ablauf der Zusammenkünfte war sie geradezu wesensgleich. Er stiftete den „Neuen Wildensteiner Orden“ und prägte den Wahlspruch „Alles bewahren, Neues erkennen“. Bis zu seinem Tode bekleidete er dort zusätzlich das Amt des ersten Großmeisters dieser Ritterschaft. In Weiterführung dieser Absicht vereinbarten auf neuerliche Initiative von ErbO Krampelstein die vier am Mittwoch sippenden niederösterreichischen Reyche Ferrochalybbsia alljährlich entsprechende Freundschaftssippung zu veranstalten. (Text: Rt. Uhn-Synn, profan Michael Walli, Großneffe von Wilhelm Adolf Walli, (266))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt