Reych Nr. 25

Hebel, Johann Peter

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Hebel, Johann Peter Dr. h.c.
Titel: Kannitverstan
Reych: Nr. 25 Basilea (Basel)
Geb.: 10.05.1760 in Basel
Gest.: 22.09.1826 in Schwetzingen

Volltext

deutscher Prälat, alemannischer Mundartdichter Sein Vater, ursprünglich kurpfälzischer Weber, trat in die Dienste eines Schweizer Majors und machte den Freiheitskampf in Korsika mit, verheiratete sich mit einem Wiesentaler Mädchen und lebte im Sommer in Basel, im Winter auf eigenem Grundstück in Hausen. Unser Dichter Johann Hebel wurde in Basel geboren. Schon im nächsten Jahr starb der Vater und so oblag die Erziehung alleine der Mutter. Von seinem sechsten Lebensjahr an besuchte er in beiden Orten die Volksschule, später auch die Lateinschule in Schopfheim. 1773 verstarb auch seine Mutter, der Verwaiste blieb bis zur Konfirmation in der Obhut seines Lehrers Diakonus Obermüller. Darnach besuchte er das Gymnasium in Karlsruhe und studierte in Erlangen Theologie. 1782 zum Vikar ernannt, übersiedelte er im folgenden Jahr nach Lörrach, um am Pädagogium als Präzeptor, Lehrer und Vikar zu wirken. Dort ist zeitlebens der Lieblingsaufenthalt Hebels gewesen. 1791 wurde er an das Gymnasium in Karlsruhe berufen und erhielt 1798 den Professortitel. Aus seinem Heimweh nach dem Wiesental, das er fast alljährlich besuchte, entstanden die „Alemannischen Gedichte", auf denen im wesentlichen sein Dichterruhm beruht. Die Gedichte erschienen 1803 und erlebten bis zu Hebels Tod sechs Auflagen. zur gleichen Zeit lieferte Hebel Beiträge für den Landkalender, den das Karlsruher Gymnasium herausgeben durfte. Wegen seiner Verbesserungsvorschläge wird er selbst zum Herausgeber ernannt. Seit 1808 verschickte er diese Kalender unter dem Namen „Rheinländischer Hausfreund" in alle Welt mit zahllosen unterhaltenden und belehrenden Anekdoten, die später zum „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreunds" gesammelt, zu den volkstümlichsten und entzückendsten Büchern unserer Literatur gehören. Hebel blieb bis 1815 Herausgeber. Während inzwischen die Markgrafschaft Baden in den Napoleonischen Kriegen zum Großherzogtum emporstieg, wurde er 1805 zum Kirchenrat, 1808 zum Direktor des Gymnasiums, 1814 zum Mitglied der evangelischen Ministerial- und Kirchensektion ernannt. Als Baden 1819 eine Verfassung bekam, erhielt Hebel die neu geschaffene Stelle des obersten Geistlichen mit dem Titel Prälat. 1821 wurde ihm die theologische Doktorwürde der Universität Heidelberg verliehen. In seinem Amte war er erfolgreich tätig, als Dichter gefeiert und als freundlicher, leutseliger Mensch bis in sein hohes Alter von vielen geachtet und geliebt. Auf einer Schulinspektionsreise ereilte ihn in Schwetzingen der Tod. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt