Beschreibung
Heine, Heinrich Dr.
Titel: Romanzero
Reych: Nr. 302 Portus Betsiae (Plainfield)
Geb.: 13.12.1797 in Düsseldorf
Gest.: 17.02.1856 in Paris
Volltext
deutscher Dichter und Schriftsteller Der Sohn des Tuch- und Manufakturwarenhändlers Samson Heine sollte nach dem Willen seiner Mutter Staatsbeamter werden und wurde deshalb auf das Düsseldorfer Lyceum geschickt. Als aber nach dem Zusammenbruch der Napoleonischen Herrschaft die Aussichten auf rasche Karriere schwanden, wurde Heine auf die Handelsschule geschickt. Da er aber weder als Kaufmannslehrling in Frankfurt a. Main und bei seinem Onkel Salomon Heine in Hamburg, noch als Chef einer eigenen Handlung irgendwelche Begabung zu diesem Beruf erwies, wurde ihm 1819 gestattet, Jura in Bonn zu studieren. Dort hörte er vor allem literarische und sprachwissenschaftliche Vorlesungen und kam mit A. W. Schlegel in Berührung. Im Herbst 1820 kehrte er für kurze Zeit heim, ging dann nach Göttingen, das er aber wegen einer Pistolenforderung bald wieder verlassen muss. Anschließend ging er nach Berlin, wo er die großen Philologen Wolf und Popp zu Lehrern hatte und mit Hegel persönlich bekannt wurde. Hier gab er auch bereits seine ersten Gedichte heraus, die ein so vollendetes Gedicht wie „Die beiden Grenadiere" enthielten. 1823 folgte eine zweite Sammlung nebst den Tragödien „Almansor" und „Ratcliff". In der Gedichtsammlung „Die Heimkehr", die nach einem Aufenthalt an der Nordsee in Hamburg entstand, hat das Doppelerlebnis nicht erwiderter Liebe künstlerisch reifen Ausdruck gefunden. 1824 ging er wieder nach Göttingen, um sich ernsthaft seinen juristischen Studien zu widmen. Im Herbst machte er eine Reise durch den Harz und stattete in Weimar Goethe einen Besuch ab. Kurz nach seinem bestandenen Doktorexamen (1825) ließ er sich taufen, um sich die Universitätslaufbahn zu eröffnen, bereute aber diesen Schritt mit bitterer Scham. Während er in den nächsten Jahren mal bei seinen Eltern, mal in Hamburg weilte und aus Norderney die „Nordseebilder“ mitbrachte (1826), erschien ein Jahr später der Zweite Band „Reisebilder". Gleichzeitig stellte er seine bisherigen lyrischen Schöpfungen zu einem „Buch der Lieder" zusammen. Damit war seine literarische Stellung als Dichter und Prosaschriftsteller begründet. Nach einem kurzen Englandaufenthalt ging er nach München, wo er sich um eine Professur an der Universität bemühte, von dort 1828 nach Italien. Aus der Münchner Professur wurde nichts. Der Groll darüber kam in seinem dritten Band ,.Reiseberichte“ zum Ausdruck. Nach einigen Jahren unruhigen Lebens siedelte er 1831 nach Paris über. Die von hier aus geführten Korrespondenzen mit Cottas Allgemeiner Augsburger Zeitung stellte er 1832 zu dem Buch „Französische Zustände" zusammen. Die Werke „Romantische Schule" und „Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" sollten Frankreich über die heimischen Verhältnisse belehren. 1834 heiratete er die Verkäuferin Crescentia Mirat, mit der er schon zuvor zusammenlebte. Nach einer Reise nach Hamburg zu seiner Mutter und Schwester erschien die Dichtung „Deutschland, ein Wintermärchen", der 1845 die „Neuen Gedichte" folgten sowie „Atta Troll". Von fortschreitenden Lähmungserscheinungen scheinbar genesen, brach er 1848 im Louvre vor dem Bild der Aphrodite zusammen. Seitdem war er an das Krankenzimmer gefesselt, aber rastlos geistig tätig, wovon sein Werk „Romanzero" und spätere Gedichte Zeugnis geben. Heine fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof von Montmartre. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt