Portus Betsiae

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 302 — Portus Betsiae. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

302 Portus Betsiae
A.U. 125 sippte das Reych mit 26 Sassen, ein stattliches Fähnlein, für das unsere kleine Burg in
Plainfield gerade groß genug war. Bis a.U. 132 hielt sich dieser Sassenstand fast gleich. Durch Neu-
zugänge, besonders aus einer Welle von beruflichen Versetzungen aus Germaniens Gauen, wurden
dem Reych 6 tüchtige Schlaraffen beschert, die uns leider alle nach einigen Jahrungen durch Rück-
versetzungen wieder verloren gingen. Trotzdem war es ein Gewinn für das Reych, denn diese Sas-
sen haben den Ruf der Portus Betsiae als ein fröhliches Reych durch ganz Europa getragen, was uns
unzählige Einritte aus Übersee bescherte. Im Ostermond a.U. 126 feierte das Reych sein 50-jähriges
Jubiläum, man schaute froh und mit Zuversicht in die Zukunft. A.U. 127-137 war sicherlich eine der
erfolgreichsten Perioden im Leben des Reyches. A.U. 134 besiegten wir die Mutter Newarka in einer
Reychsfehde – jetzt wurden die meisten verbleibenden Sassen dort aufgenommen!
Ein absoluter Höhepunkt war das Konzert des ASO a.U. 137 im Festsaal des Plainfielder Gesangver-
eins. In jenem Jahrzehnt und darüber hinaus gehörten unsere Kapitäns- und Admiralskongresse zu
den größten schlaraffischen Ereignissen in Nordamerika. In der Nachkriegszeit ließen sich bis zu
100 seefahrende Sassen, viele davon aus Übersee, zum „Kill van Kull” (einem winzigen Flüsschen
in den Marschen der Newark Bay) einschiffen, angeführt von den Großadmirälen in ihren pracht-
vollen Uniformen, und sie alle füllten den Festsaal mit brausendem Gesang und schauerlichen (und
durchaus wahren!) Seemannsgeschichten. Noch war die Sassenschaft jung und aktiv und deshalb
immer ausrittfreudig. Zu jedem größeren Feste der Nachbarreyche ritten stattliche Fähnlein in ihren
farbenfrohen Rüstungen, behangen mit Orden und Ahnen des Gastreyches und allzeit bewaffnet
mit passenden und humorvollen Fechsungen zum Thema. Aber auch die eigenen Sippungen waren
gut besucht, denn das Reych war stets darauf bedacht, für jede Sippung ein fulminantes Programm
mit Thema Kunst und Humor sorgfältig vorauszuplanen, wobei großer Wert auf eine breit basieren-
de Mitarbeit der Sassenschaft gelegt wurde Dazu gehörten gehaltvolle Abende mit Themen aus der
Geschichte, der Kunst, fröhliche Feuerzangenbowlen und Nebelhornabende. Auch wurde alljährlich
ein Musikprogramm geboten, das den Sassen das Leben und Schaffen bekannter großer Kompo-
nisten der Welt veranschaulichte, begleitet von musikalischen Auszügen der Musik des jeweiligen
Künstlers. Über das Reych hinaus trug die Portus Betsiae zur Erschaffung des Treuebriefes für 40
Jahre Zugehörigkeit bei, sowie zur Schaffung eines Flottenstützpunktes in der h. Curitibana, wo
der allgemein beliebte Kapitäns- und Admiralskongress auch in Südamerika gefeiert wird. Dieser
Kongress wird jetzt in Nordamerika vom h.R. Totowa weiter geführt.
A.U. 137/38 begann ein allmählicher Abbau des Reyches. In den letzten 20 Jahren meldeten sich
insgesamt 14 Sassen fahrend, darunter zahlreiche Throntalente. Im gleichen Zeitraum ritten noch 9
unserer bewährtesten Sassen gen Ahalla! Diese großen Verluste konnten durch Neuzugänge nicht
mehr ausgeglichen werden. Eine große Werbeaktion des Reyches resultierte in nur einem Sassen,
der bereits im Alter von 72 Jahren stand. In den letzten zwei Winterungen, in denen vier GU-Feiern
stattfanden, wurden die Sippungen des Reyches von nur 5- 7 eigenen Sassen besucht. Im Frühjahr
a.U. 146 war das Durchschnittsalter der 15 sesshaften Sassen des Reyches fast 75 Jahre (!). Eine Viel-
zahl altersbedingter körperlicher Beschwerden machte die aktive Mitarbeit der Sassen zunehmend
schwer oder oft ganz unmöglich. Portus Betsiae wäre in der nächsten Winterungen nicht mehr funk-
tionsfähig gewesen. Das Reych entschied sich schließlich für eine freiwillige Auflösung. Nach einer
wehmütigen letzten Sippung am 13.4. a.U. 146 schloss Portus Betsiae im Alter von 70 Jahrungen für
immer ihre Pforten. „Altes vergeht, Neues entsteht – was zählt ist, dass das Spiel weitergeht!”
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303 Baltimora
Es fällt dem Chronisten schwer, über ein Reych zu berichten, welches zu Beginn dieses Zeitraums
zu den stärkeren im LVNA zählte und fröhlich im Geiste Uhus sippte. Schweren Herzens mussten
die wenigen nach Ahallaritten, Fahrendmeldungen und Austritten verbliebenen Sassen a.U. 145 fest-
stellen, dass ein spiegelgerechtes Sippen immer schwieriger wurde, und dass auch mit Nachwuchs
kaum mehr gerechnet werden konnte.
So beschloss das Reych nach eingehenden Überlegungen und Beratungen, sich freiwillig aufzu-
lösen. Es waren schlaraffisch erinnerungswürdige 65 Jahrungen für die begeisterten Sassen der
letzten von der Allmutter Praga noch sanktionierten Colonie „Baltimora”.
In den 20 Jahrungen Reychsgeschichte, über die hier berichtet wird, erlebten nicht nur Baltimoras
Sassen, sondern auch die zahlreichen eingerittenen Schlaraffen von nah und fern eindrucksvolle
Sippungen, fulminante Festlichkeiten und vergnügte SommerKrystallinen in schlaraffischer Art und
Weise. Zu den vielen markanten Höhepunkten zählen einige „blutige” Reychsfehden, die jährlichen
Turneys um die Chronokette mit dem Mutterreych Washingtonia und um die Freundschaftskette
mit der Ziehmutter Filadelfia, die beliebten alljährlichen Hanseatensippungen, sowie das weit über
die Gemarkungen hinaus berühmt gewordene Katerfrühstück (Brunch) im Offizierskasino von Fort
Meade am Morgen nach besonderen Sippungen oder Veranstaltungen des Reyches. Es seien hier
noch einige besondere Begebenheiten vermerkt:
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Das 50. Stiftungsfest und zugleich 50. Schlaraffenjubiläum von wld. Rt Unser „der”
Schmier-Flink die Erstgeburt wurde im Offizierskasino von Fort Meade am 29 und 30.
im Ostermond a. U. 130 festlich begangen. Man erinnert sich noch heute gern an ein
rauschendes schlaraffisches Fest.
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Nach 21 Jahrungen verlor das Reych die zünftige und gemütliche Baltoburg in Jessup,
Maryland im Erntemond a.U. 136. Im Lethemond wurde in der Notburg im Perry’s
Restaurant in Odenton, Maryland bereits wieder gesippt.
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Laut Rt Olwel, dem inoffiziellen Reychsmathematiker, wurde das Reych am 12. des
Windmonds a. U. 137 „genau” 500 000 Stunden alt.
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Das Reych saß ab Lenzmond a.U. 138 sozusagen wieder auf der Straße. Eine neue
Bleibe wurde im Gemeindehaus der St. Benedict-Kirche in Baltimore gefunden.
Am 9.10. a.U. 138 konnte die Burgweihe celebriert werden.
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Im Ostermond a. U. 140 wurde das 60. Stiftungsfest in den eleganten Räumlichkeiten
der Charlestown Retirement Community in Catonsville, Maryland in denkwürdiger
Weise gefeiert.
Es würde zu weit führen, die hervorragenden Verdienste der einzelnen Sassen um das verehrte
Reych und um Schlaraffia besonders zu würdigen. Für jeden galt es immer: „Das Herz gehört dazu!”
Allerdings wäre es eine Unterlassungssünde, Rt Funke hier nicht zu nennen. Seiner Mühe und Em-
sigkeit ist es unter anderem zu verdanken, dass das Reych zweimal in verhältnismäßig kurzer Zeit
eine neue Burg beziehen konnte. Die Lichter der Baltoburg wurden ein letztes Mal nach der 1.475
Sippung am 5.11. a.U. 145 gelöscht und die Burgpforte für immer geschlossen. Lulu!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 387-388