Reych Nr. 412

Hinck, Willy

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Hinck, Willy (auch humoriger Mensch, der als solcher auch einigen Sassen unseres Reyches durchaus noch)
Titel: Aquarell
Reych: Nr. 412 Varelia achtern Dieck (Varel), erk. 04.11.154
Geb.: 11.02.1915 in Bremerhaven-Lehe
Gest.: 13.05.2002 in Varel-Dangast

Volltext

deutscher Maler Willy Hinck war ein bedeutender regionaler Maler und Photograph in Dangast. Er wurde 1915 in Bremerhaven-Lehe geboren und besuchte ab 1926 die Oberrealschule in Varel, wo er schon bald dem Kunsterzieher Heinrich Herbrechtsmeier auffiel, der ihn weiter förderte. 1950 zog Willy Hinck mit seiner Familie nach Dangast um und hatte dort 1951 seine erste Begegnung mit dem Maler Franz Radziwill. Erste Fotos entstanden. Einige Jahre später erwarb er ein Grundstück, das mit der „Villa Irmenfried“ verbunden war. Dort baute er 1959 ein Wohnhaus mit eigenem Atelier. Der Künstler entwickelte in den kommenden Jahren eine eigene Technik der Aquarellmalerei. Auch wurden die ersten Anfänge einer künstlerisch gestalteten Gartenanlage geschaffen. Erst 1973 beendete Hinck seine journalistische Tätigkeit, um sich von nun an ganz seiner künstlerischen Arbeit widmen zu können. In der Galerie „Haus Irmenfried“ fanden von jetzt ab regelmäßig Ausstellungen statt. 1976 führte er zudem eine viel beachtete gemeinsame Arbeitsaktion mit dem Bildhauer und Beuys-Schüler Anatol Herzfeld im Kurhaussaal von Dangast durch. Danach gab es von 1977 bis 1995 auch diverse Ausstellungen in der Region – u.a im Heimatmuseum Varel und im Schloss zu Jever. Dabei zeigte sich immer mehr, wie sehr der Künstler und Mensch Willy Hinck inzwischen mit seiner Heimat verwachsen war. So hat neben den großen Namen der Brücke-Maler wie Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emma Ritter und Max Pechstein, die sich über viele Jahre in den Sommermonaten von dem Fischerdörfchen Dangast mit seiner herben Landschaft und dem besonderen Licht inspirieren ließen und große Werke schufen, auch der Maler, Zeichner und Fotograf Willy Hinck zum künstlerischen Erbe dieses besonderen Ortes an der Südküste des Jadebusens und vor den Toren Varels Wesentliches beigetragen. Willy Hinck hat durch sein umfassendes künstlerisches Werk – insbesondere im Bereich der Aquarell- Malerei – den Menschen seiner Region und weit darüber hinaus die Schönheit der norddeutschen Landschaft vermittelt und ihnen damit auch die Augen für neue Sichtweisen und Einblicke in die ganz spezifische Eigenartigkeit der Natur ihrer Heimat geöffnet. Was Willy Hinck auch im schlaraffischen Sinne auszeichnete, war seine schöpferische Kreativität, die er auf der Grundlage einer großen handwerklichen Professionalität mit seiner tiefen Liebe und Vertrautheit zur Heimat verband und im Geiste eines nachhaltigen Umgangs mit der Natur und im Sinne der Bewahrung der Schöpfung in wunderbare Werke der bildenden Kunst umzusetzen verstand. Insofern gestaltete er Kunst im Sinne unserer schlaraffischen Idee, nach der sie als ein menschliches Kultur-Produkt immer auch das Ergebnis eines sowohl normativen, d.h. wertebezogenen wie auch zugleich kreativen Prozesses zielorientierter menschlicher Tätigkeit sein sollte. Aber Willy Hinck war nicht nur eine Heros der Kunst, sondern ebenso ein liebenswerter, honoriger und lebhaft in Erinnerung ist. So hat er u.a. unserem Ritter Has-Has gegenüber mehrfach sein Interesse an Schlaraffia bekundet und es steht zu vermuten, dass er unserem Bund auch beigetreten wäre, wenn er nicht schon so durch Alter und Krankheit gezeichnet gewesen wäre. Auf jeden Fall aber hätte er durch seine menschliche, umgängliche und humorvolle Art sowie seine Hingabe für die Kunst sicherlich gut in die Schlaraffia gepasst. In besonderer Dankbarkeit sei an dieser Stelle auch daran erinnert, dass er der Varelia achtern Diek ganz offiziell die Genehmigung erteilte, eines seiner Aquarelle mit der Stadtansicht Varels als Vorlage für die Anfertigung des großen Leinwandbildes zu verwenden, das heute den Abschluss unserer Karlsburg hinter dem Thron bildet. Text: Rt. Meerfechs, OK (412)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt