Reych Nr. 40

Herder, Johann Gottfried von

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Herder, Johann Gottfried von
Titel: Humanitas
Reych: Nr. 40 Maninheimbia (Mannheim)
Geb.: 25.08.1744 in Mohrungen
Gest.: 18.12.1803 in Weimar

Volltext

deutscher Kulturphilosoph und Dichter Zusammen mit Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Christoph Martin Wieland zählt der Dichter, Theologe und Philosoph Johann Gottfried von Herder zum „Weimarer Viergestirn“, den bedeutendsten Vertretern der Weimarer Klassik. Seine Erziehung war von einer starken Frömmigkeit geprägt, diese wurde von seinen Eltern und dem Diakon Sebastian Trescho übernommen, bis ihn ein russischer Regimentschirurg nach Königsberg mitnahm, damit Herder dort eine medizinische Ausbildung bekam. Dort wandte er sich aber lieber dem Studium der Theologie zu und fand in dem Buchhändler Johann Jakob Kanter einen Förderer, der ihm eine Stellung als Hilfslehrer verschaffte. Herders Studien führten ihn mit Kant zusammen, den er gleichermaßen bewunderte wie in seinem Spätwerk „Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft“ (1799) verurteilte. Sein Wirken an der Domschule Riga, zunächst als Aushilfslehrer, später als Prediger, verschaffte ihm Ansehen und Förderung im Beamtentum wie auch in dem bürgerlichen Patriziat. In Riga kam Herder auch mit den Freimaurern in Verbindung, wurde 1766 in die Loge „Zum Schwert“ aufgenommen und fand in der dort vertretenen Auffassung von Humanität seine Philosophie und in seinen Logenbrüdern Förderer seiner Arbeit. So beschreibt sein Werk „Ideen zu Philosophie der Geschichte der Menschheit“ die Menschheitsgeschichte als geplante Entwicklungsgeschichte Gottes, die den Weg von einfachen, urzeitlichen Anfängen bis zur Idealisierung durch das Erreichen des Ziels „Humanität“ beschreitet. Herder war ebenso Verfechter der Sprachphilosophie, wobei er einen Zusammenhang zwischen den literarischen Werken einer Nation und ihrer volkstümlichen Art und der Sprache aufzeigte. Herders Reisen führten ihn durch ganz Europa, dort suchte er die Nähe von großen Denkern der Zeit, traf u.a. mit Lessing, Novalis und Jean Paul zusammen und schloss Freundschaft mit Goethe, den er maßgeblich beeinflusste und mit seinem Wissen bereicherte, bis er seine geistige Ebenbürtigkeit anerkennen musste, woran auch die Freundschaft wieder zerbrach. 1771 trat Herder als Hofprediger in die Dienste vom Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe, der ihn bis hin zum Generalsuperintendent beförderte. In dieser Zeit liegt auch Herders „Sturm und Drang“- Periode, für die seine Abhandlung „Über den Ursprung der Sprache“ sowie seine Theorien zu den europäischen Volksliedern beispielhaft ist. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt