Beschreibung
Gropius, Walter Prof.
Titel: Bauhaus
Reych: Nr. 229 Losangela California (Los Angeles)
Geb.: 18.05.1883 in Berlin
Gest.: 05.07.1969 in Boston
Volltext
deutscher Architekt In der Familiengeschichte der Gropius findet man Schullehrer, Handwerker, Pfarrer, Maler und Architekten. Der Großonkel Martin Gropius arbeitete noch auf kollegiale Weise mit Schinkel Walter Gropius studierte auf der Grundlage einer humanistischen Bildung an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg und München. Nach Durchführung erster selbstständiger Wohnungen und Landwirtschaftsbauten, kam er 1908 in das Atelier von Peter Behrens, wo er zwei Jahre blieb. Dort arbeitete auch Ludwig Mies van der Rohe und später Le Corbusier. Unter Mitwirkung von Henry van de Velde und anderen, gründete sich der Deutsche Werkbund, der sich die „Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken mit Kunst, Industrie und Handwerk" zum Ziele gesetzt hatte. Ein kühnes Experiment der Firma AEG. Diese „Neuorganisation alles Sichtbaren" hat Geschichte gemacht. 1910 eröffnete Gropius, der damals schon an das Bauen mit vorgefertigten Teilen dachte, in Berlin sein eigenes Architekturbüro. Sein Partner wurde Adolf Meyer. Ihre erste gemeinsame Arbeit machte als Überwindung des Jugendstils gleich Furore. Es war das Faguswerk in Alfeld a. d. L. Die Schuhleisten-Fabrik wurde zum wegweisenden Beispiel einer Architektur der klaren, funktionellen Strukturierung. In Weimar betrat er als Nachfolger des Belgiers van de Velde neue Wege, indem er die Weimarer Akademie von Grund auf neu organisierte und 1919 als „Staatliches Bauhaus in Weimar" eröffnete. Gropius, der als Architekt Einrichtungsgegenstände entwarf, hatte Zeit seines Lebens stets über Kunst und Architektur nachgedacht. Mit und in seinem Bauhaus zog er Künstler und Handwerker gleichermaßen an, sodass die Gruppe um ihn als „Bauhausmeister" bekannt wurde. Gropius, der nach dem Umzug der Schule nach Dessau, das neue Bauhaus-Gebäude und die Wohnhäuser für die Lehrer entwarf, verließ 1928 die Schule und hatte fast 10 Jahre Kämpfe mit Finanzierung, Inflation und konservativem Denken zu bestehen. Sein Denken machte nicht vor Landesgrenzen halt und so ist es nicht verwunderlich, dass er auch einen „Bauhaus-Beitrag" als glanzvolle Demonstration in anderen Ländern machte. Politische Wirren um 1933 veranlassten ihn, nach England, 1934 und 1937 in die USA zu gehen, wo er als Professor an die Graduate School of Design berufen wurde. Der Sitz der UNI Cambridge wurde ein neues Bauhaus-Zentrum, ein weiteres entstand in Chicago. Gropius entfaltete seit Beginn der 40er Jahre eine rege Bautätigkeit nicht nur in den USA, sondern auch in Bagdad, Selb, Amberg und „Handle, als ob du ewig leben würdest", schärfte er seinen Schülern ein, „und plane weit in die Zukunft hinein. . ." (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt