Reych Nr. 296

Ginzkey, Franz Karl

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Ginzkey, Franz Karl Prof. Dr. h.c. (auch Hege, Heinrich)
Titel: Sternengast
Reych: Nr. 296 Auf der Mauer (Wien)
Geb.: 08.09.1871 in Pola
Gest.: 11.04.1963 in Wien

Volltext

österreichischer Dichter Ginzkey entstammt einer alten sudetendeutschen Familie aus Döffl bei Reichenberg. Er gab seine Offizierslaufbahn auf, um sich ganz der dichterischen Arbeit zu widmen. Seinem Wesen nach ist er Lyriker, dies sowohl in seiner Prosa als auch im Vers. Er hat Lieder gesungen, die zum Schönsten zählen, was die deutsche Lyrik zu bieten hat. Schon die Gedichtbände „Das himmlische Läuten" und „Balladen und neue Lieder" erregten Aufsehen. Da klagt die gepeinigte Seele im zwiespältigen Frühlingskleid die Angst des letzten Romantikers, dass der Qualm der Fabriken einmal den Lenz der gesamten Welt erwürgen werde, da steigt er in die verborgensten Tiefen des Geheimnisses der Verbundenheit zwischen Menschen- und Tierseele im Nachtbesuch eines Schmetterlings. Leiser und hundertmal eindringlicher als alle kreischenden Ekstatiker spürt er den verschütteten Quellen der Menschlichkeit inmitten des Krieges nach in dem wundervollen Gedicht „Die Flöte". Ein großes Scherzo sind seine Balladen, „Der schlafende Wagen" zum Beispiel, „Der Basilisk", „Die Ballade vom lieben Augustin". Viele Freunde fanden auch seine Romane „Jakobus und die Frauen", „Der von der Vogelweide", „Der Wiesenzaun" mit Albrecht Dürer im Mittelpunkt. Sein Eva-Epos von der Erschaffung des Weibes zeigt uns Ginzkey als Lyriker und Epiker, der es verstanden hat, sein reiches, reines Herz inmitten einer gefühlsarmen, harten Welt zu bewahren. Er schrieb auch Bücher über Salzburg und das Salzkammergut. Mehrere schöne Kinderbücher stammen Mannigfache Ehrungen wurden ihm zuteil, der Dr. phil. h. C. der Universität Wien, der Professorentitel, der Bauernfeldpreis (1906 und 1920), der Ehrenring des Österr. Künstlerbundes, das Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft, ein Denkmal in Seewalchen und im Dichterstein zu Offenhausen bei Wels. Seit 1960 wird der Ginzkey-Ring als Literaturpreis verliehen. (Text: Rt. Schultheiß (217)) Seine Biographie erschien mit dem Titel: „Ein Leben und eine Sehnsucht" (1948) und ,,Eine Jugend".
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt