Reych Nr. 316

Humboldt, Alexander von

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Humboldt, Friedrich Heinrich Alexander Freiherr von
Titel: Glück-Auf
Reych: Nr. 316 Curia Salensis (Hof)
Geb.: 14.09.1769 in Berlin
Gest.: 06.05.1859 ebenda

Volltext

deutscher Naturforscher Der geniale Forschungsreisende erlangte mit den Ergebnissen seiner Expeditionen, besonders auf den Gebieten der Geographie und Geologie, Weltruhm und begründete zahlreiche Wissensgebiete, wie Pflanzengeographie und Klimakunde, Vulkanismus und Erdmagnetismus. Allein das von ihm mitgebrachte Material, darunter über 60000 Pflanzen und Gesteinsproben führte zu einer enormen Bereicherung des damaligen Wissens in vielen Disziplinen. Neben seinen naturwissenschaftlichen Untersuchungen, z. B. des erdmagnetischen Feldes und meteorologischer Erscheinungen, von Meeresströmungen und Landschaftsentstehungen, erforschte er auch Herkunft, Sprache und Kultur der besuchten Völker und machte zukunftsweisende Vorschläge, den Bau eines Kanals durch die Landenge von Panama und Verbesserungen in der Bergbautechnik betreffend. Er scheute keine Strapazen, bestieg den Chimborazo bis 5759 m Höhe, ein Punkt, den bis dahin kein Mensch erreicht hatte, und unternahm gefahrvolle Seefahrten. Nach technologischen und naturwissenschaftlichen Studien war er 1792-97 Bergassessor und Oberbergmeister in fränkischen Minen, wo er u.a. eine nicht verlöschende Grubenlampe erfand. Nachdem er den Staatsdienst quittierte, besuchte er 1797 Goethe und Schiller in Jena. Seine erste größere Reise außerhalb Europas führte ihn 1799 - 1804, gemeinsam mit dem französischen Botaniker Aimé Bonpland, durch die Regionen Süd- und Mittelamerikas. Die Forschungsergebnisse wertete er, neben gasanalytischen Untersuchungen mit Gay Lussac in internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit Paris aus und veröffentlichte sie in dem 30- bändigen Werk „Reise in die tropischen Gebiete der Neuen Welt", 1805-34. Nach zweijährigen weltbeschreibenden Vorlesungen in Berlin, bereiste er 1829 mit anderen Wissenschaftlern auf Einladung von Zar Nikolaus I. das asiatische Russland, verfasste darüber den „mineralogisch-geognostischen Reisebericht" (1837-47) und organisierte mit C. F. Gauß ein weltweites Netz von magnetischen Beobachtungsstationen. Ab 1830 wieder in Berlin, begann er sein Hauptwerk, die fünfbändige Darstellung des gesamten Wissens über die Erde: „Kosmos, Entwurf einer physikalischen Weltbeschreibung", 1845-62, worin er das Denken der klassischen Zeit mit dem Geist der aufkommenden exakten Naturwissenschaften methodisch zu einer neuen Weltschau verband. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt