Reych Nr. 128

Gershwin, George

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Gershwin, George
Titel: Plenty
Reych: Nr. 128 Filadelfia (Philadelphia)
Geb.: 26.09.1898 in Brooklyn
Gest.: 11.07.1937 in Hollywood

Volltext

amerikanischer Komponist und Pianist Aus bescheidenen, musikfremden Verhältnissen stammend, kam er mehr zufällig mit populärer Musik in Berührung. Obwohl Gershwin geregelten Musikunterricht erst ab dem 12. Lebensjahr erfuhr, wurde ihm aufgrund seiner raschen, spieltechnischen Fortschritte und seines zutage tretenden besonderen Talents für Unterhaltungsmusik, erst 16-jährig vom Musikverlag Remick & Co die Stellung eines Gutachters für Unterhaltungsmusik übertragen, eine Aufgabe, die ihn mit einer Fülle von Lied- und Tanzkompositionen bedeutender Künstler wie Irving Berlin und Jerome Kern bekannt machte. Bald trat Gershwin mit eigenen Songs hervor. Mit Hilfe seines Förderers Max Dreyfus öffneten sich ihm nach dem großen Erfolg mit der Revue „La La Lucille“ die Tore des Broadway-Theaters, für das er, neben zahllosen populären Liedern und Songs, jedes Jahr neue Stücke schrieb. Wesentlichen Einfluss auf seine Entwicklung und sein musikalisches Schaffen nahm die Bekanntschaft mit Paul Whiteman, dem damaligen König des Jazz. Seine Anregung, symphonische Jazz-Musik zu schreiben, führte 1923 zur „Rhapsodie in Blue“, die ihm nun auch Zugang zu den Konzertsälen verschaffte. Nur ein Jahr später spielte er selbst den Solopart in seinem Konzert für Klavier und Orchester in F-Dur bei der Uraufführung in der Carnegie Hall. Sein starkes Engagement in der Unterhaltungsmusik beeinträchtigte allerdings sein Schaffen im Bereich Konzertmusik nicht unerheblich. Von den auf diesem Gebiet entstandenen Werken sind besonders hervorzuheben die sinfonische Fantasie „Ein Amerikaner in Paris“, eine 2. Rhapsodie und die Cuban Overtuere. Das Glanzstück seines Schaffens aber ist die Oper „Porgy and Bess“ (1935). Seine besondere künstlerische Begabung fand auf einer Europareise ausdrückliche Bestätigung durch Komponisten wie Ravel und Strawinsky. Seit 1931 tat sich Gershwin auch als Komponist von Filmmusik hervor und war mit seinem Bruder Ira, dem Texter, ein in Hollywood sehr begehrter Partner. Hier starb er auch 1937 bei dem Versuch, ihn durch einen operativen Eingriff von einem Gehirntumor zu befreien. „Gershwins Musik lässt in Melodie, Rhythmus und Klang so viel vom optimistischen Lebensdrang, von der etwas draufgängerischen Heiterkeit und gelegentlich auch vom verträumten Sentiment des Amerikaners laut werden, ... ist aber auch für den Nichtamerikaner in ihrer köstlichen Vitalität, ihrer rhythmischen Frische, ihrem Humor, ihrem Temperament und nicht zuletzt durch eine ganz eigenartige Intensität des Ausdrucks höchst anziehend.“ (MGG, Band 4). Dies war für die Colonia Agrippina Anlass, George Gershwin nicht nur zu seinem ES Plenty (horn of plenty = Füllhorn) zu wählen, sondern auch am 22.9.a.U.131 in Köln ein Gershwin-Turney auszurichten, zu dem Sassen aus dem ganzen Uhuversum als Mitwirkende eingeladen waren. (Text: Rt. Hirzelin (8))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt