Beschreibung
Leibniz, Gottfried Wilhelm
Titel: Integral
Reych: Nr. 20 Hannovera (Hannover)
Geb.: 21.06. / 01.07. 1646 in Leipzig
Gest.: 14.11.1716 in Hannover
Volltext
deutscher Philosoph und Wissenschaftler, „letzter Universalgelehrter“ Leibniz wurde in Leipzig geboren, studierte in Nürnberg Rechtswissenschaften und bekam am Mainzer Hof seine erste Anstellung. Er sollte die Gesetze reformieren. Bald profilierte er sich als politischer Berater und vertrat als Diplomat den Mainzer Hof in Frankreich. Dort lebten viele Gelehrte, mit denen er verkehrte. In Paris konnte er den Grundstein für sein späteres Wirken legen. Leibniz wollte nie selbst Macht ausüben, das war seiner Ansicht nach Aufgabe der Fürsten. Er sah seine Aufgabe darin, Fürsten zu lenken, indem er ihnen als rational denkender und intellektueller Berater zur Seite stand. Leibniz lebte von 1676 bis zu seinem Tode in Hannover. In das Leben am Hofe konnte er sich als Außenseiter nicht einfügen. Er genoss eine heute kaum vorstellbare Freizügigkeit, die er dank seiner intelligenten Überlegenheit über seine direkten Vorgesetzten stets zu nutzen wusste. Mit seiner Gönnerin, der geistreichen Kurfürstin Sophie von Hannover und danach mit Sophie Charlotte führte er inspirierende religiöse und philosophische Gespräche und erarbeitete die Vorstellung von den „Monaden“, den kleinsten Energieeinheiten, die Geist und Materie gleichzeitig darstellten. Obwohl Rationalist und trotz seines tiefen Einblicks in die Naturwissenschaften glaubte Leibniz an Gott und verteidigte dessen Wirken. Sophies Frage, warum Gott das Leid der Menschen, Krankheiten und Kriege zulasse, beantwortete er mit der Theorie „dass diese Welt die bestmögliche aller Welten sei.“ Als Erster führte Leibniz mathematische Formeln ein und erfand dafür vereinfachende Zeichen, so z.B. das Integral. Weiter gelang ihm die Einführung des Binärsystems, auf dessen Basis unsere heutigen Computer arbeiten. Er lebte für Ideen und Visionen, die meist erst von der Nachwelt verstanden und realisiert werden konnten. Ein Beispiel für ein unvollendetes Werk ist seine Rechenmaschine. Zu Leibniz´ Zeiten war es nicht möglich, ein solches Gerät mit der erforderlichen Präzision herzustellen. Es waren geringfügige handwerkliche Details, die ihm den großen Erfolg versagten. Eine Rechenmaschine, wie sie von ihm entwickelt wurde, steht heute als funktionsfähiger Nachbau, von einem Schlaraffen, dem Rt. FO der Hannovera gefertigt, in der Leibniz-Universität Hannover. Im Zeitalter des Barock war es unter Gelehrten üblich, dass man zwar die Ergebnisse seiner Arbeit oder ihre Entdeckungen rasch veröffentlichte, um den Ruhm nicht einem Anderen überlassen zu müssen. Andererseits wollte man nicht zu viel preisgeben. Deshalb hatte auch Leibniz meist seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen so verfasst, dass er die letzten Geheimnisse seines Schaffens nicht preisgab. Nach seinem Tod fand man in seiner Hinterlassenschaft 80.000 Blätter mit Notizen und 15.000 Briefe. Erst die Auswertung dieses Nachlasses hat die einmalig großartige Leistung dieses genialen Universalgelehrten offenbart. (Text (gekürzt): Rt. Feuerfescht (20), DSZ 138 / 3)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt