Reych Nr. 374

Kreye, Walter Artur

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Kreye, Walter Arthur
Titel: van Groth
Reych: Nr. 374 Castellum Butjentum (Nordenham)
Geb.: 02.06.1911 in Oldenburg
Gest.: 23.11.1991 in Bremen

Volltext

deutscher Dichter, Schriftsteller und Schauspieler weiland Sasse der HR Brema und Castellum Butjentum Die Kindheit und Jugend des Walter Arthur Kreye war nicht von Überfluss gezeichnet. Der Vater, ein Polizist bäuerlicher Abstammung, ermöglichte es dem begabten Jüngsten dennoch, die Seminarschule und Oberrealschule in Oldenburg zu besuchen. Walter A. Kreye hatte seine Mutter bereits im Alter von zwei Jahren verloren. Seinen literarischen Neigungen ging er gleich mit Beginn seiner Berufslaufbahn als Zeitungsredakteur in Esens / Ostfriesland nach. Sie wurde unterbrochen von der Teilnahme am 2. Weltkrieg mit nachfolgender Kriegsgefangenschaft in den USA und Frankreich. Bezeichnend für ihn gelang es ihm dort, aus Feinden Freunde zu machen und Freundschaften zu schließen, die bis an sein Ende dauerten. Noch nach 30 Jahren hatte er Kontakte zum Dorf Couvains, wo er als Landarbeiter in Gefangenschaft gelebt hatte. Nach seiner Entlassung wurde er freiberuflicher Journalist bei der Nordwest-Zeitung in Oldenburg, zugleich Schauspieler bei der August-Hinrichs-Bühne in Oldenburg, ab 1950 Programmgestalter, Sprecher, Regisseur und Reporter im Heimatfunk von Radio Bremen. Von 1957 bis zu seinem Ausscheiden 1974 war er Leiter dieser Abteilung. Seine ganz besondere Liebe galt der plattdeutschen Sprache und damit natürlich auch Klaus Groth (ES Quickborn), dem im 19. Jahrhundert lebenden Dichter und Schriftsteller dithmarscher Mundart. Er war sein Bewunderer und wurde schließlich einer seiner Nachfolger. Sein schlaraffischer Name zeigt deutlich die innige Verbindung und Liebe zu Klaus Groth, dessen Hauptwerk sicherlich sein „Quickborn“ war, eine Sammlung lyrischer Gedichte, die Walter A. Kreye stets zu neuem Schaffen beflügelten. Es wundert daher nicht, dass sein Beiname „Der lüttje Quickborn-Schlürfer“ wurde. Neben der Arbeit am Rundfunk betätigte er sich als Lyriker, Erzähler, Übersetzer, Autor vieler Hörspiele und niederdeutscher Bühnenstücke. Bis 1964 war er Schauspieler und Regisseur am Niederdeutschen Theater Bremen, jetzt „Ernst- Waldau-Theater“. Einige ausgesuchte Werke Walter A. Kreyes in plattdeutscher Sprache sind: „De Nibelungen“ (1970), fidele Weltgeschicht op platt, „De söövte Dag“ (1982), Erzählungen und Hörspiel, „De Gast“ (1986), Versöök, den Kroger to Bethlehem to sein Recht to verhölpen und „...und die Angst vor dem Tag vergessen...“ (1986), Ernstes und Heiteres in den Sprachen niederdeutscher Landschaft. Dieses Buch erschien zum 75. Geburtstag des Autors und anlässlich der Verleihung der „Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft der freien Hansestadt Bremen“. (Text: Rt. Quo Volas (374) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt