Beschreibung
Liliencron, Detlef Freiherr von Prof. Dr. h.c.
Titel: Poggfred
Reych: Nr. 36 Hammonia (Hamburg)
Geb.: 03.06.1844 in Kiel
Gest.: 22.07.1909 in Alt-Rahlstedt
Volltext
deutscher Dichter und Novellist Der im damals dänischen Kiel geborene von Liliencron hatte sich als 18jähriger freiwillig zum preußischen Militär gemeldet. In den Kriegen gegen Österreich (1866) und Frankreich (1870/71) wurden ihm mehrfach Orden verliehen. Zur fälligen Beförderung zum Hauptmann reichte es jedoch wegen seiner allzu großen Geldausgaben für ein flottes Leben nicht mehr, da die Gläubiger nicht mehr still halten wollten. Liliencron verabschiedete sich höflich und wanderte nach Amerika aus. Dort sammelte er 1 1/2 Jahre schlechte Erfahrungen als Sprachlehrer, Stubenmaler und Klavierspieler in düsteren Kneipen, kehrte reumütig in das Land seiner adligen Väter, Schleswig-Holstein, zurück und bekam zunächst eine Anstellung als Schreiber beim Landrat in Eckernförde. In dieser Zeit erfolgte die Veröffentlichung erster Gedichte, „Adjutantenritte“, dem ein kurzes, aber denkwürdiges Intermezzo als Landvogt auf Pellworm folgte: „Das erste war, dass ich den Gendarmen aufs Festland sandte, dann erlaubte ich der Wirtin, soviel tanzen zu lassen, als sie wollte". Die Vorgesetzten bekamen Wind vom Inselvergnügen. Der Poet dazu: „Ich bekam einen gottsjämmerlichen Anschiss". Als Kirchspielvogt nach Kellinhusen versetzt, nebenbei fleißig Land und Liebe bedichtend, fiel der königl. preußische Beamte bald wieder auf. Der Gerichtsvollzieher kam zu Besuch. Ab 1889 war Liliencron nicht mehr im Staatsdienst, sondern nur noch Dichter. Er zog nach Hamburg und verbesserte sich alsbald vom möblierten Zimmer in Ottensen zu einem eigenen Haus in Altona. Liliencron, der immer noch unermüdlich gegen den „Teutschen Lyriker vulgo Quatschmeyer" wetterte, wurde inzwischen von der jungen Dichtergeneration bewundert. Sein wirklichkeitsnaher, ungekünstelter Stil drückte jene ursprüngliche Vitalität und Sinnlichkeit aus, die bei den biederen Gründerzeit-Reimern vom Schlage Emanuel Geibels nicht zu entdecken war. Seine Werke: Sein Meisterwerk „Poggfred“ wurde 1908 fertiggestellt, nachdem er 12 Jahre daran gearbeitet hatte. Ferner erschienen „Der Heidegänger", „Kampf und Spiele", „Kampf und Ziele", „Bunte Beute", „Nebel und Sonne", „Wer weiß wo", „Tod in den Ähren", „Die Musik kommt", „Unter flatternden Fahnen", „Aus Marsch und Geest", „Könige und Bauern", „Roggen und Weizen". Der Roman „Leben und Lüge" sind zum Teil eigene Lebenserinnerungen. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt