Reych Nr. 48

Madách, Imre

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Madách, Imre
Titel: Imre
Reych: Nr. 48 Budapestia (Budapest)
Geb.: 21.01.1823 in Alsósztregova
Gest.: 05.10.1864 in Balassagyarmat

Volltext

ungarischer Schriftsteller Von den ungarischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts ist es neben Petöfi vor allem Madách, dessen Name für den gebildeten Europäer mehr bedeutet als nur ein Stichwort im Lexikon. Der Name wird mit großen Europäern wie Goethe, Byron oder Ibsen in Verbindung gebracht. Madách wird natürlich fast ausschließlich als Dichter seines philosophischen Hauptwerkes „Die Tragödie des Menschen" gesehen, worin die Entwicklung der Menschheit seit dem Sündenfall bis auf die Gegenwart in welthistorischen Bildern dargestellt wird. Es gibt kein zweites so vielumstrittenes ungarisches Werk, das in der Konzeption so großzügig angelegt ist. Es sind meist sehr bedeutende Namen, die das Für und Wieder erörterten. Der erste, der für ihn eintrat, war János Erdelyi, der namhafteste Theoretiker der gleichen Zeit. Die Dichtung ist in E. Paulays Bühnenbearbeitung eines der beliebtesten Stücke der ungarischen Bühne. Madách stammte aus einer alten, vornehmen Familie, die einen relativ hohen gesellschaftlichen Rang einnahm. Wie sein früh verstorbener Vater war auch er von sehr schwacher und zarter Konstitution. Umso größere Energie entfaltete seine Mutter, eine sittenstrenge Baronin, nachdem ihr Mann gestorben war. Sie vermochte den Glauben an den Wert von Ideen und Idealen auch auf ihre Kinder zu übertragen. Imre Madách studierte an der Pester Universität Jura und bekleidete anschließend als Vicenotar, später als Oberkommissar ein vornehmes Amt in seinem Heimatkomitat bis 1848. Durch Krankheit verhindert nahm er nicht am Revolutionskrieg teil, wurde aber dennoch 1852 in Haft genommen und erst nach Jahresfrist wieder freigelassen, weil er einem Flüchtling Unterkunft gewährt hatte. Schon in ganz jungen Jahren beschäftigte sich Madách mit philosophischen Gedanken. Ergriffen vom Streben seiner Zeit nach Reformen, wünschte er schwärmerisch, sich und seine Begabung in den Dienst der Ideen des Liberalismus zu stellen. Der junge Madách wollte die negative Wirkung von Sünden und ihre Folgen in dem abschreckenden Licht von Tragödien aufzeigen. „Die Tragödie des Menschen" war schließlich auch der Anlass, dass ihn die Kisfaludygesellschaft 1862 und die ungarische Akademie 1863 als Mitglied aufnahmen. Bekannte Werke: „Comodus", eine Römertragödie, „Andreas von Neapel", eine zur Zeit des Anjou in Neapel spielende Tragödie, „Mann und Frau", ein Stück aus der griechischen Mythologie und „Csàks letzte Tage'' aus der Zeit der feudalen Anarchie im Ungarn des 14. Jahrhunderts. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt