Reych Nr. 278

Münch, Paul

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Münch, Paul
Titel: Schorsch von Kusel
Reych: Nr. 278 Palatium Barbarossae (Kaiserslautern)
Geb.: 10.12.1879 in Ruchheim
Gest.: 02.01.1951 in Neustadt an der Weinstraße

Volltext

deutscher Mundartdichter und Studienrat Paul Münch, ein Pfälzer Mundartdichter, verbrachte seine Kindheit in Kusel, in der Westpfalz, wohin sein Vater als Pfarrer versetzt war. 1891 zog die Familie nach Lustadt in der Vorderpfalz. Nach dem Besuch der Gymnasien in Germersheim und Landau, Abitur 1898, studierte er in München. Nach dem Staatsexamen 1902 als Zeichenlehrer für das höhere Lehramt, fand er seine erste Stelle an der Realschule in Marktbreit/Bayern und war dann von 1904 bis 1907 Studienrat an der Realschule Kirchheimbolanden. Oberrealschule, Hohenstaufengymnasium, in Kaiserslautern, wo er ab Herbst 1945 stellvertretender Schulleiter bis zum Ruhestand am 01.08.1945 war. Paul Münch, vielseitig gebildet, war persönlich schlicht und bescheiden, kein Freund von Phrasen und frommen Sprüchen. Er war mehr ein ernster Mensch, der gleichwohl Freude empfinden, aber auch vermitteln konnte. dazu gesellig. Seine Bedeutung als Mundartdichter beruht nicht nur darauf, dass er sich in der Pfälzer Sprache - Sprooch - mitteilte. In seinen Werken hat er die vielfältige Pfälzer Landschaft, vor allem sehe pfälzischen Landsleute und ihre Art, wie sie sich geben, wie sie sind, dargestellt: offen und frei. Heimatliebend, urwüchsig und lebensfroh, manchmal auch mit köstlichen Übertreibungen. Er kannte seine Pfälzer und hat ihnen zuweilen auch den Spiegel vorgehalten, damit sie sich selbst erkennen. Das ist wohl das Bedeutendste seines schriftstellerischen Wirkens: Pfälzer Land und seine Menschen zu schildern, zu charakterisieren. Heimatgefühl und Heimatverbundenheit haben bei Paul Münch einen hohen Stellenwert, vor allem aber die Verbundenheit mit ihren Menschen. Sein erstes Werk ist sein bestes: „Die pälzisch Weltgeschicht" (1909). Mehr als 325.000 Exemplare gingen in alle Welt. Es folgten 1919 „Neie Sache for zum Lache" und 1930 sein bestes Theaterspiel „Pfälzer Höllen- und Himmelfahrt", noch heute ein Publikumserfolg auf der Bühne. Der Name der Hauptperson wurde auch sein ES-Name. 1932 folgte „Die Weltachs", 1936 „Pfälzer im Schlaraffenland", 1940 der Gedichtband „Mei Herzerweiterung". Hinzu kommen eine Vielzahl von Gedichten zu verschiedenen Anlässen: Eröffnungen, Jubiläen, Widmungen, Veranstaltungen. Mit Zeichnungen und Karikaturen hat er seine Schöpfungen häufig illustriert und gewürzt. Mit Paul Münch hat die Pfälzische Mundartdichtung einen Höhepunkt erreicht. Seine Nachfolger werden es nicht leicht haben, denn er ist schwer zu überbieten. Er kannte die Menschen und ihre verschiedenen Mundarten, die er beherrschte und virtuos zu gebrauchen wusste. Zudem war er ein guter und beliebter Lehrer und Erzieher, der Verfasser war 9 Jahre sein Schüler, in besonderem Maße aber ein Mensch mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl, gerade auch gegenüber seinen Schülern. geschätzt und verehrt von den Menschen seiner Heimat, seinen Mitbürgern. Der hochgeschätzte Dichter fand seine letzte Ruhe in einem Ehrengrab der Stadt Kaiserslautern auf dem Waldfriedhof. (Text: Rt. Don Cellando (278))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt