Beschreibung
Moll-Berczy, William
Titel: York der Universale
Reych: Nr. 349 Porta Ontariae (Toronto), erk. 13.11.155
Geb.: 10.12.1744 in Wallerstein
Gest.: 05.02.1813 in New York City
Volltext
deutscher Pionier in Kanada Johannes Albrecht Ulrich de Moll wurde am 10.12.1744 in Wallersteins Pfarrkirche St. Alban getauft. Moll-Berczys Vater, der adelige Hofrat Albrecht Theodor de Moll, im Dienste des Grafen Philip Carl zu Oettingen-Wallerstein (1722-1766) stehend, zog als Vertreter des Hauses Oettingen-Wallerstein samt seiner Familie von Wallerstein nach Wien und wurde am kaiserlichen Hof akkreditiert. Am 15. Mai 1762 konnte dessen im humanistischen Geist erzogener Sohn Johannes Albrecht Ulrich in die Matrikel der Akademie der Bildenden Künste immatrikuliert werden. Gemeinsam mit seinem Bruder Bernhard Albrecht setzte er seine Studien an der Friedrich Schiller Universität von Jena fort, die auch die Alma Mater seines Vaters war. Nun vertraut mit der Hoch-und Tiefbau-Technologie des älteren Bruders Bernhard Albrecht, welche die Vielseitigkeit Moll-Berczys künstlerischen Veranlagung, Konstruktion, Brücken-, Straßenbau, Schiffbarmachung von Wasserwegen, und klassischer Architektur dem Leser erstmalig vor Augen führt. Als Porträtist verbrachte Moll Berczy einige Jahre in Ungarn, folgend in den schweizer Städten Genf, Bern, und Lausanne. Dort heiratete er am 1.November 1785 die Malerin Charlotte Allemand. Es folgten weitere Jahre künstlerischen Schaffens in Rom, Neapel, und Caserta, dann der Sprung nach London wo das Paar an der 21. Jahresausstellung der Royal Academy im Somerset House teil nahm und der ersehnte Durchbruch zur künstlerischen Anerkennung gelang. Am 6. Januar wurde Berczys erster Sohn William Bent in London geboren. Moll-Berczys Fähigkeit, sich in gehobenen Kreisen elegant zu bewegen führte zur Bekanntschaft mit Sir William Pulteney, dem späteren Earl of Bath, durch dessen Kontakt sich das Leben der Familie Moll-Berczy grundlegend veränderte. Nämlich, ein Vertrag, ca. 200 Auswanderer in den Westen des Staates New York zu führen wo Pulteney und zwei seiner Partner über 1.000.000 (eine Million) Ackerland zur Besiedlung erworben hatten. Nach einem außergewöhnlichen schaffens- und segensreichen Leben verschied er 68jährig bereits erkrankt nach einer beschwerlichen Reise die am April 1812 in Montreal begann und ihn über Middlebury im Staat Vermont, dann über Albany, N.Y. nach New YorkCity führte, wo er für sein dreibändiges Kompendium (opus magnum) von jeweils 500 Seiten, mit hunderten eigenhändigen Illustrationen versehen und betitelt „The Statistical Account of Canada” bzw., „Die Statistische Zusammenfassung von Kanadas Geschichte”, einen Verleger zu finden hoffte. Am 10.10. traf sich Moll-Berczy mit Vertretern der sog. „German Company” in New York City mit dem Vorschlag, ihm einen Kredit gegen seine Aktien auszuhändigen, um in Befriedigung unerfüllten Besiedlungsland, durch Ober-Kanadas ersten Leutnant Governeur John Graves Simcoe) zu rhalten. Erneut erkrankt und in Gegenwart alter Freunde die ihn pflegten verschied William Moll-Berczy am 5. Februar 1813 in New York City und wurde dort auf dem Friedhof der „Old Trinity Church” beigesetzt. Seine mitgeführten Manuskriptseiten gelten seitdem als verschollen. (Text (gekürzt): DSZ 02/156))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt