Reych Nr. 132

Maximilian I

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Maximilian I.
Titel: Weisskunig
Reych: Nr. 132 Ovilabis (Wels)
Geb.: 22.03.1459 in Wiener Neustadt
Gest.: 12.01.1519 in Wels

Volltext

deutscher Kaiser Maximilian I. war der Sohn des Kaisers Friedrich III., wurde 1486 römischer König und nahm in Trient im Jahre 1508 mit Zustimmung des Papstes den Kaisertitel ohne Krönung an. Nachdem seine erste Gemahlin Maria von Burgund 1482 gestorben war, vermählte er sich 1493 mit Bianca Maria Sforza von Mailand, der Tochter des 1476 ermordeten Herzogs von Mailand. Maximilian war ein hochbegabter und vielseitig gebildeter Herrscher mit liebenswürdigem Wesen und ausgeprägter Rednergabe. Auf dem Wormser Reichstag von 1495, zwei Jahre nach dem Tode seines Vaters, kamen der ewige Landfriede und ein vom Kaiser unabhängiges Reichskammergericht zustande, dem Maximilian 1497 den Reichshofrat mit gleichen Befugnissen entgegensetzte, aber von ihm abhängig war. Er trat den Missbräuchen der Femegerichte entgegen, verbesserte das Heer- und Geschützwesen, erließ neue Polizeiverordnungen und bildete das neue deutsche Fußvolk, die „Landsknechte“, aus. Künstler und Gelehrte konnten sich der Gunst und der Förderung des Kaisers erfreuen, der selbst mehrere Schriften über Kriegskunst, Gärtnerei, Jagd und Baukunst verfasste. Er war ein begeisterter Anhänger des Humanismus, ließ mittelalterliche Dichtungen sammeln, Chroniken und Handschriften, wie z.B. die Ambraser Handschrift, abschreiben. Zwei selbstbiographische Werke sind uns überliefert: „Theuerdank“ und „Weißkunig“. „Theuerdank“ ist der Titel eines allegorischen Gedichtes, das die Lebensgeschichte Maximilians I. schildert. Es erzählt, wie Theuerdank (d.i. Maximilian) auf seiner Fahrt zu Ehrenreich (d.i. Maria von Burgund) in zahlreiche Abenteuer verwickelt wird, die er mit Glück und Mut besteht. Stoff und Anlage stammen von Maximilian selbst, die Ausführung übernahmen Siegmund von Dietrichstein und Marx Treizsaurwein, eine nochmalige Überarbeitung der Kaplan Melchior Pfinzing. Das Werk erschien mit Holzschnitten von H. Schäufelein zuerst in Nürnberg (1517). „Weißkunig“ ist in Prosa geschrieben, halb Chronik, halb Roman und erzählt in drei Teilen die Vermählung und Krönung Kaiser Friedrichs III., die Erziehung und Regierung Maximilian I. bis zur Beendigung des venetianischen Krieges, der Geschichte gemäß, aber mit allegorischer Änderung aller Namen. Auch dieses Werk hat Maximilian selbst entworfen und von seinem Schreiber Marx Treizsaurwein ausführen lassen, das erst 1775 mit Holzschnitten von Hans Burgmair erschien. Maximilian I. gilt wegen seiner erwiesenen ritterlichen Künste und Fertigkeiten und seiner ritterlichen Gesinnung als der „Letzte Ritter". Maximilians Grabstätte befindet sich in der St. Georgs-Kirche in Wiener Neustadt. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt