Reych Nr. 105

May, Karl

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

May, Karl
Titel: Old Shatterhand
Reych: Nr. 105 Newarka (Dover)
Geb.: 25.02.1842 in Ernstthal
Gest.: 30.03.1912 in Radebeul

Volltext

deutscher Schriftsteller Karl May wurde als Sohn eines in ärmlichen Verhältnissen lebenden Webermeisters im sächsischen Hohenstein/Ernstthal geboren und war bis zu seinem 5. Lebensjahr blind. Als er Volksschullehrer geworden war, zeigten sich seelische Störungen, so dass er aus dem Dienst entlassen wurde. Darnach geriet er unerklärlicherweise auf die schiefe Bahn und wurde zu einer Arbeitshausstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Strafzeit ist es ihm gelungen, als Jugend- und Volksschriftsteller ein hohes bürgerliches Ansehen, Vermögen und nicht zuletzt große Beliebtheit zu erlangen. Er vertrat mit großer Entschiedenheit eine positiv christliche Weltanschauung. In 21 Schriftstellerjahren verdiente er 260.000,- Goldmark zu einer Zeit, als der Quadratmeter Bauland noch 10 Pfennige kostete. Seine im Orient und bei den Indianern Nordamerikas spielenden, phantasievollen und spannenden Reise- und Abenteuerromane haben viele von uns schon in jungen Jahren begeistert. Durch die Ichform vieler seiner Erzählungen, in denen er selbst der Hauptheld ist, hat May den Eindruck des Selbsterlebten hervorgerufen. Sicherlich war er schon frühzeitig im mohammedanischen Orient, in dem die Romane „Durchs wilde Kurdistan", „Von Bagdad nach Stambul", „Durch das Land der Skipetaren" und „Der Schut" spielen. Nach Nordamerika ist er jedenfalls erst im hohen Alter gekommen. Wir erinnern uns gerne an die 4 Bände „Winnetou", „Old Shatterhand", „Old Surehand", „Satan und Ischariot" und „Der Schatz im Silbersee" u.a. mehr. Mit seinen 2 Autobiographien „Mein Leben und Streben" und „Ich“ (aus dem Nachlass ergänzt) hat May rund 70 Bände geschrieben. 1928 wurde in einem Wildwest-Blockhaus „Villa Bärenfell", im Garten der Villa „Shatterhand" in seinem Geburtsort Radebeul/Dresden ein Karl-May-Museum mit einer Sammlung nordamerikanischer Indianergegenstände eröffnet, das Weltruhm erlangte. 1960 schied die „Karl-May-Stiftung" als Teilhaber aus dem Karl-May-Verlag aus, der gleichzeitig seinen Sitz nach Bamberg verlegen konnte. Dabei wurde es möglich, Karl Mays persönlichen Nachlass, Bibliothek und Einrichtung seines Arbeitszimmers käuflich zu erwerben und nach Bamberg zu überführen. So konnte 1963 ein zweites Karl-May-Museum mit einer interessanten Sammlung indianischer Exponate eröffnet werden, das 1970 in das Bamberger Karl-May-Haus übersiedelte. Hierbei hat sich der Verleger Joachim Schmid. Rt. Kalumet der Büchsenschmid, als Nachfolger seines Vaters im Karl-May-Verlag große Verdienste erworben. Seit rd. 36 Jahren finden in Bad Segeberg Karl-May-Spiele statt, die sich großer Beliebtheit bei Jung und Alt erfreuen. Das Deutsche Fernsehen hat mit seinen Cinemascope-Streifen aus den 60er Jahren, in denen Büffelherden über die Prärie traben, alte Eisenbahnen fauchen, Indianer Fährten suchen und wie in den Romanen Old Shatterhand und Winnetou immer zur rechten Zeit auftauchen, viel zur Erinnerung an Karl May beigetragen. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt