Reych Nr. 371

Nilsson, Frietiof

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Nilsson, Frietiof
Titel: Bombi Bitt
Reych: Nr. 371 Malmöhus (Malmö)
Geb.: 04.12.1895
Gest.: 31.01.1972

Volltext

schwedischer Schriftsteller Bombi Bitt, profan Nils Fritiof Nilsson, wurde am 4. Dezember 1895 in Vollsjö, einem kleinen Ort im südschwedischen Schonen geboren, und er starb am 31. Januar 1972. Den Spitznamen „Piraten“ soll er bereits in seiner Jugend bekommen haben. Nach dem Abitur 1913 wurde er 1918 jur. kand. (junger Rechtsanwalt) in Lund und 1921 Mitglied der schwedischen Rechtsanwaltskammer. Von 1919 – 1921 war er praktizierender Rechtsanwalt. Unter dem Pseudonym „Fritiof Nilsson Piraten“ veröffentlichte er Erzählungen, und das Handbuch der schwedischen Literatur der dritten Auflage von 1959 bescheinigt ihm echte Freude am Erzählen, drastischen Humor und konkrete Schilderung der Typen in den von ihm verfassten Büchern. Sein Erstlingswerk „Bombi Bitt und ich“ wurde – leider als bisher einziges Buch des Piraten - von Estelle van Zwaan in den 30er Jahren ins Deutsche übersetzt. Einige seiner Bücher erschienen erst posthum. Wie das schlaraffische Spiel die Unarten der oberen Gesellschaftsschichten der „Goldenen Stadt“ seiner Zeit verspottet, so nimmt auch Nilsson Piraten die Unarten der bürgerlichen Schicht im Schonen des ausgehenden 19. Jahrhunderts humorvoll auf die Schippe. Sein Erfolg als Schriftsteller ist unbestreitbar und überdauert die Generationen. Über seine Schriften hinaus ist sein Name in Schonen mit zwei Sehenswürdigkeiten verbunden: - Da ist die in der schwedischen Literatur berühmteste Grabinschrift auf dem Friedhof zu Ravlunda (Osterlen in Schonen) zu nennen. Sein Grabstein liegt dort, ohne Namen aber mit folgender Inschrift versehen: „Hier liegt die Asche des Mannes, der sein Leben lang alles auf den nächsten Tag verschoben hat. Als sein Ende nahte, besserte er sich allerdings, und er starb dann wirklich am 31. Januar 1972.“ Man sagt, Fritiof Nilsson Piraten habe diese Inschrift bis auf das Datum lange vorher selbst bestimmt und ihre endgültige Fassung ausgefeilt, um sie als Grabinschrift passend zu gestalten. - Die am häufigsten besuchte Stätte der Erinnerung an Fritiof Nilsson Piraten ist jedoch die in natürlicher Größe ausgeführte Statue des Schriftstellers in Kivik, einem Kreisstädtchen in Österlen, in dem er von 1936 an 25 Jahre lang ständig und danach bis zu seinem Tode im Sommer wohnte. Sie wurde von der 1982 entstandenen Stiftung „die Piratengesellschaft“ (Piratensällskapet) angeregt und vom Bildhauer Göran Hazelius ausgeführt. Die Piratengesellschaft, die im Jahre 1995 rund 2.700 Mitglieder zählte, verlegt seit 1982 ein Jahrbuch mit „Piratiana“ und verleiht am 2. Dezember eines jeden Jahres in Lund einen Preis für die beste Novelle oder Humoreske, die im Geiste des Piraten entstanden ist. (Text: Rt. Holzauge (371))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt