Reych Nr. 195

Möser, Justus

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Möser, Justus
Titel: Pater Patriae
Reych: Nr. 195 Ossenbrugga (Osnabrück)
Geb.: 14.12.1720 in Osnabrück
Gest.: 08.01.1794 ebenda

Volltext

deutscher Schriftsteller und Historiker Der Sohn eines Konsistorialpräsidenten studierte Jura und Philologie in Jena und Göttingen und verdiente sich 1743 sein erstes Geld als Sekretär. Bereits ein Jahr später stieg er zum Sachverwalter der Landstädte in Osnabrück auf. Kurzgefasst waren seine nächsten Stationen: Anwalt des Staates in Rechtsstreitigkeiten (1747), dann Sekretär und 1755 Syndikus der Ritterschaft. Während des Siebenjährigen Krieges war er in diplomatischen Missionen in England und Frankreich tätig (1763 in London). Er erreichte eine starke Herabsetzung der auferlegten Kontributionen, war Ratgeber des minderjährigen Regenten von Osnabrück, eines Sohnes Georg III. von England, bis 1781 Konsulent der englischen Krone, 1768 Geheimer Referendar, Mitglied der Regierung und schließlich Geheimer Justizrat. Als staatswissenschaftlicher Publizist, Essayist und Geschichtsschreiber begründete er 1766 die „Wöchentlichen Osnabrückischen Intelligenzblätter", dessen Leitung er bis 1782 übernahm. 1774 stellte er aus seinen Beiträgen und Texten „Patriotische Phantasien" eine Auswahl zusammen, voll Gedankenreichtum, psychologischer Tiefe und Klarheit, mit politischer und volkswirtschaftlicher Überzeugungskraft, sittlichem Ernst, aber auch mit Humor. Er war ein Vertreter der altdeutschen nationalen Geschichtsauffassung und ein Gegner der Aufklärung. Als Dramatiker hatte er leider keine besondere Bedeutung erlangen können. Ein Auszug aus seinen Werken: „Versuch einiger Gemälde von den Sinnen unserer Zeit" (1747), „Arminius" (1749), „Harlekin oder Verteidigung des Grotesk-Komischen" (1761), „Osnabrückische Geschichte", „Über die deutsche Sprache und Literatur" (1781), „Vermischte Schriften" (1797) u.a. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt