Reych Nr. 390

Novalis

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Novalis, Friedrich Leopold Frhr. von Hardenberg (auch aus dem Aufsatz „Die Christenheit oder Europa", der ein Bild des Mittelalters zeichnet und die)
Titel: Novalis die Blaue Blume aus dem Hinterhaus
Reych: Nr. 390 Kaiserpfalz (Goslar)
Geb.: 02.05.1772 auf Schloss Oberwiederstedt
Gest.: 25.03.1801 in Weißenfels

Volltext

deutscher Dichter Graf Friedrich von Hardenberg wurde auf dem Familiengut im Mansfeldischen geboren. Der Dichtername Novalis ist ein alter Geschlechtsname der Herren von Hardenberg, die sich schon im 13. Jahrhundert nach dem hannöverschen Gute Großenrode „von Rode" latinisiert „de novalis" nannten. (novalis = Neubruch). Der Dichter und sein Freundeskreis betonten den Namen auf der ersten Silbe. Novalis studierte die Rechte in Jena, Leipzig und Wittenberg, bildete sich seit Sommer 1794 im Verwaltungsdienst aus und verlobte sich im März 1795 mit Sophie von Kühn. Ihr früher Tod wurde ihm zum tiefgreifenden Erlebnis, aus dem seine eigene religiös-philosophische Weltanschauung wuchs, die ihren Niederschlag in all seinen dichterischen Werken findet. Er gilt als Wegbereiter der romantischen Dichtkunst. In allen seinen Schöpfungen behält das mystische Gefühlsleben die Oberhand. Die „Hymnen an die Nacht", nach dem Todeserleben seiner Geliebten und der tiefsinnige Roman „Heinrich von Ofterdingen", von dem nur der erste Teil vollendet wurde, machen dies deutlich. Er stellte sich die Aufgabe „mit dem Geist der Poesie aller Zeitalter, Stände, Gewerbe, Wissenschaften und Verhältnisse durchschreitend, die Welt zu erobern." Durch die Aufnahme Harzer Sagen und Mythen taucht als Zaubermacht in diesem Roman auch die blaue Blume auf, die dadurch zum Kennzeichen der Romantik wurde. Der Geist dieses Buches spricht Spaltung der europäischen Christenheit durch Reformation und Aufklärung beklagt. Wenige Wochen, nachdem das Ziel seines beruflichen Strebens, die Ernennung zum Amtshauptmann, erreicht war, beendete eine Lungenschwindsucht vorzeitig das Leben des hochbegabten Dichters in Weißenfels. Seine Freunde aus dem Jenaer Kreis, Tieck und Schlegel, gaben 1802 die hinterlassenen „Schriften“ von Novalis in 2 Bänden heraus. Wir alle kennen sein Gedicht: „Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing Dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; Drum geb' ich Dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. " (Text: Rt. Archäologes (390))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt