Beschreibung
Mendelssohn-Bartholdy, Felix
Titel: Paulus ohne Worte
Reych: Nr. 353 Castellum Novaesium (Neuss)
Geb.: 03.02.1809 in Hamburg
Gest.: 04.11.1847 in Leipzig
Volltext
deutscher Komponist Mendelssohn-Bartholdy, dessen vollständiger Vorname Jakob Ludwig Felix lautet, zeigte schon als Knabe die Begabung eines Wunderkindes nicht nur als Klavierspieler sondern auch als Komponist. Im Alter von 17 Jahren hatte er bereits die Ouvertüre zum „Sommernachtstraum" sowie das Oktett für Streicher in ES-Dur, op. 20 geschrieben. Er stammte aus einer wohlhabenden Bankiersfamilie. Sein Großvater war der Philosoph Moses Mendelssohn. In Berlin hatte die Familie Umgang mit den bedeutendsten Geistesgrößen des damaligen Deutschlands, unter ihnen v. Humboldt, Hegel und Heine. Bei den wöchentlich veranstalteten Konzerten in ihrem großen Berliner Haus trat der junge Künstler bereits mit vielen eigenen Kompositionen hervor. Im Jahre 1821 begann der Musikunterricht bei C. F. Zelter, dem Leiter der Berliner Musikakademie, der auch ein Freund Goethes war. Bei einem Besuch in Paris fanden seine Kompositionen den Beifall Cherubinis und von da an stand seiner musikalischen Laufbahn nichts mehr im Wege. 1829 fand unter seiner Leitung eines der bedeutendsten musikalischen Ereignisse des Jahrhunderts statt, nämlich die Wiederaufführung der Matthäuspassion von J. S. Bach. Noch im selben Jahr trat er eine längere Reise durch Europa an, die ihn über Paris, England und Schottland zu den Hebriden führte. Neue Bekanntschaften, wie die mit Chopin und Berlioz stellten sich ein. Eine weitere Reise nach Italien folgte. Die Musik beeindruckte den Komponisten weniger, dafür aber die Kunst und die Landschaft. Dennoch entstand die „Italienische Symphonie in A-Dur, op. 90", nachdem er zuvor bereits eine „Schottische Symphonie in a-moll, op. 56" geschrieben hatte. Nach Beendigung seiner Reisen wurde er 1833 als Musikdirektor nach Düsseldorf berufen. Durch die Aufführung des Chor-Oratoriums „Israel in Ägypten" von Händel, hat er sich in ähnlicher Weise um die Händel-Renaissance verdient gemacht wie zuvor um die Bach-Renaissance. 1835 wurde er an das weltberühmte Leipziger Gewandhaus berufen. Unter seiner Leitung als Dirigent kam das Orchester zu hohem Ansehen. Er gründete auch zusammen mit verschiedenen Gelehrten, Verlegern und anderen Kollegen das Leipziger Konservatorium, wo neben ihm auch Schumann unterrichtete. Zwischenzeitlich folgte er von 1841- 43 dem Rufe als Generaldirektor der Kirchenmusiken nach Berlin. 1846 dirigierte er in Birmingham die Erstaufführung seines Oratoriums „Elias“, musste jedoch nach seiner Rückkehr infolge Erschöpfung sein hektisches Arbeitstempo aufgeben. 1847 starb wenige Monate vor ihm seine geliebte Schwester, zu deren Gedenken er eines der schönsten Werke, das „Streichquartett in f-moll, op. 80", schrieb. Der Verlust seiner Schwester traf ihn mehr, als er zugeben wollte und im gleichen Jahr ging auch er von dieser Welt. Außer seinem Oratorium „Paulus" und der Musik zu „Antigone“, der „Walpurgisnacht", werden seine Sinfonien und Ouvertüren, seine zahlreichen Kompositionen für Klavier und Gesang sein Andenken unvergänglich erhalten. 1892 wurde ihm in Leipzig ein Denkmal errichtet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt