Beschreibung
Nast, Thomas
Titel: Santa Claus
Reych: Nr. 305 Landes-Aue (Landau / Pfalz)
Geb.: 27.09.1840 in Landau
Gest.: 07.12.1902 in Guayaquil / Ecuador
Volltext
amerikanischer Karikaturist Thomas Nast wurde am 27.09.1840 in Landau / Pfalz als Sohn eines bayerischen Militärmusikers geboren. Als 7-jähriger Junge wanderte er mit seinen Eltern nach Amerika aus. In New York studierte er Kunstgeschichte bei Theodor Kaufmann und auf der nationalen Akademie für Zeichenkunst. Mit 15 Jahren startete er als Illustrator in „Leslie´s Illustrated Newspaper“ und verdiente sich nicht nur seine ersten Sporen, sondern auch die ersten Dollars, mit denen er die karge Familienkasse des Elternhauses aufbesserte. 19-jährig ging er nach London, um einen Bildbericht über einen Boxkampf für New York und London zu gestalten. Anschließend weilte er in Italien, wo er den Befreiungskrieg Guiseppe Garibaldis für Paris, London und New York illustrierte. Nach einem Jahr – just zum Zeitpunkt des beginnenden Bürgerkrieges – kehrte er nach Amerika zurück. „Harper´s Weekly“, eine illustrierte Wochenzeitung, damals schon in einer Auflage von 100.000 erschienen, engagierte ihn als Reporter. Diesem Blatt, in dem etwa 2.300 seiner Cartoons abgedruckt wurden, blieb er drei Jahrzehnte treu. Die ganze Bandbreite der Politik ist das Thema seiner Cartoons: Einheit der Nation, Freiheit, Menschenrechte, Rassengleichheit, Gerechtigkeit Gesellschaftsreform. gnadenloser Kampf galt der Misswirtschaft, der Korruption und der Inflation – sicherlich ein Aktionskatalog meisterhafte Xylographien Federzeichnungen, auch den Analphabeten verständlich waren, hatten sie eine besondere Bedeutung für die Mobilisierungskraft der Massen. Deshalb rühmt man Thomas Nast als jenen Karikaturisten, der die Geschichte der Neuen Welt tatsächlich bewegte und dessen Wirkung bis heute niemals von einem seiner Zunft erreicht wurde. Zu den auch in Deutschland bekannten Karikaturen zählen u.a. die von Nast geschaffenen Parteichiffren, wie der „Esel“ der Demokraten, der „Elefant“ der Republikaner, wie auch die die USA verkörpernde „Columbia“. Sie ist ebenso sein unvergängliches Werk wie das „Dollar“-Zeichen, „Uncle Sam“, „John Bull“ und insbesondere „Santa Claus“. Thomas Nast gilt unzweifelhaft als Vater der politischen Karikatur Amerikas. Seine künstlerische Potenz aber wird diese Klassifizierung nur zum Teil gerecht. Unschlagbar in seiner politischen Satire, schuf er darüber hinaus Cartoons und Illustrationen, prall gefüllt mit Emotionen, die Herzen seiner Zeitgenossen ergreifend. In einer Anzahl von Blättern – im Stil jener Zeit – dokumentierte er Ereignisse in seiner alten deutschen Heimat und offenbart bewegend verborgene Bindungen „seines Herzens in deutscher Brust“. Am eindruckvollsten wird dies deutlich bei den zahllosen Varianten der Weihnachtsbräuche und der liebevollen Gestaltung seines wundersamen „Santa Claus“, dem pfälzischen „Belzenickel“, der ihm aus Kindheitstagen in Erinnerung geblieben war; ein Zeichen für das Bewahren deutschen Brauchtums. Gerade deshalb soll Thomas Nast als Ehrenschlaraffe den Namen „Santa Claus“ führen. In Leben und Schaffen verkörperte Nast die schlaraffischen Ideale: Kunst, Freundschaft und Humor; letzteren durch die in der Karikatur steckenden Ironie und der mit Witz und Weisheit geübten Übertreibung. (Text: Rt. Ironi-jus (305) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt