Beschreibung
Neumann, Balthasar
Titel: Balthasar Franconiae
Reych: Nr. 84 Herbipolis (Würzburg)
Geb.: 27.01.1687 in Eger
Gest.: 19.08.1753 in Würzburg
Volltext
deutscher Architekt und Baumeister Balthasar Neumann wurde in einer Zeit geboren, die noch unter den wirtschaftlichen Folgen des Dreißigjährigen Krieges litt. Mit 13 Jahren begann er eine Lehre als Geschütz- und Glockengießer. Seine Wanderschaft führte ihn nach Würzburg, wo sein Talent auffiel und gefördert wurde. 1712 trat er in die Armee ein um sich sein Lebensziel, die Tätigkeit eines Architekten und Ingenieurs zu erfüllen. Hierzu studierte er Festungsbaukunst, Geometrie, Feldmesserei und Architektur. Seine militärische Karriere sollte nach 27 Jahren mit dem höchstmöglichen Rang eines Oberst erfüllt werden. In dieser Zeit wurde er auch mit zahlreichen zivilen Aufgaben, beispielsweise dem Grundrissplan der Stadt Würzburg beauftragt. Bei der Rückkehr von der Eroberung Belgrads erweiterte er seine architektonischen Kenntnisse an den Wiener Barockbauwerken. Weiteren Einfluss übten auch die Prachtbauten Mailands auf ihn aus. 1719 erhielt er vom Fürstbischof von Greifenclau ein Grundstück und ein Darlehen für den Hausbau, sein Nachfolger, Johann Philip Franz von Schönborn, ernannte ihn im gleichen Jahr zum „fürstbischöflichen Baudirektor von Würzburg“. 1720 erbaute er für Schönborn als neue Residenz ein Stadtpalais, Neumanns Lebenswerk, das erst 1760 vollendet wurde. Beeindruckend an der Residenz sind insbesondere die Hofkirche und das Treppenhaus, bei dem er den riesigen Raum mit nur einem Gewölbe überspannte. Bei dieser Arbeit zeichnete sich Neumann durch eiserne Disziplin und gute Organisation aus. Weitere Bauvorhaben waren 1728 das Bruchsaler Schloss, 1730 die Wallfahrtskirche in Gößweinstein, 1733 Schloss Werneck und 1742 die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen sowie eine Wasserleitung für die Stadt Würzburg. Weiterhin belieferte er als Unternehmer Glaslieferant für den Fürstenhof und exportierte bis nach Holland und England. Nach dem Tod seines Förderers 1746 wurde er seines Postens als Oberbaudirektor enthoben, was aber nach und nach wieder rückgängig gemacht wurde. In dieser Zeit liegen seine Arbeiten am Bau der Benediktinerabteikirche in Neresheim und der Wallfahrtskirche Maria Limbach, sein letztes großes Seine vom italienischen, österreichischen und französischen Barock beeinflussten Bauten machten ihn zu dem deutschen Barockbaumeister schlechthin. 2 seiner über 100 Kirchen und vielen profanen Bauten umfassenden Werkes, die Residenz in Würzburg und Schloss Augustusburg zu Brühl sind von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt