Reych Nr. 24

Grünbaum, Fritz

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Grünbaum, Fritz (auch seine Schlagerrevue „Wien lacht wieder“, die er ebenfalls mit Karl Farkas und mit der Musik von)
Titel: Cabaret
Reych: Nr. 24 Vindobona (Wien)
Geb.: 07.04.1880 in Brünn
Gest.: 14.01.1941 in KZ Dachau

Volltext

österreichischer Komponist und Kabarettist weiland Sasse d.H.R. 024 – Vindobona (Rt. An der Schneid) Nur wenige Name stehen so sehr mit der Blütezeit des deutschsprachigen Kabaretts zwischen den Weltkriegen in Verbindung wie der Fritz Grünbaums. Trotz eines erfolgreichen Jurastudiums, das Grünbaum als Doktor abschloss, zog es ihn eher zu den literarischen Künsten. So hatte Grünbaum seinen ersten Auftritt als Conférencier 1906 im Kabarett Hölle in Wien, dem weitere Auftritte als Schauspieler in den Wiener und Berliner Revuetheatern folgten, u.a. in den berühmten Häusern dieser Zeit, dem „Chat Noir“ und dem „Simpl“. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem Grünbaum als Offizier teilnahm, waren pazifistische Elemente verstärkt Teil seiner Auftritte. Überhaupt beschränkten sich seine Darbietungen nicht nur darauf, sein Publikum zu unterhalten. Als sein Auftritt im „Simpl“ durch antisemitische Zwischenrufe eines Offiziers gestört wurden, ging Grünbaum von der Bühne und ohrfeigte den Offizier, um danach seine Vorstellung fortzusetzen. Infolgedessen forderte der Offizier Grünbaum zum Duell, bei dem er verwundet wurde. Ab 1922 waren seine Doppelconférence zusammen mit Karl Farkas Meilensteine der Kabarettkunst. Während Farkas den „Gscheiten“ spielte, glänzte Grünbaum in der Rolle des „Blöden“. Mit Begeisterung wurde seine Revue „Journal der Liebe“ am Wiener Bürgertheater aufgenommen wie Ralph Benatzky aufführte. Wie aufwändig die 430 mal aufgeführte Revue war kann man an der Anzahl von 120 Mitwirkenden in 900 Kostümen nachvollziehen. Nicht nur seine jüdische Herkunft, auch seine immer politischer werdenden Texte führten 1938 zu einem Auftrittsverbot durch die Reichskulturkammer. Im gleichen Jahr wurde Grünbaum in das Konzentrationslager Dachau deportiert, und auch hier versuchte er, sich und seinen Mithäftlingen angesichts der Vernichtungsmaschinen Ablenkung zu verschaffen. Im Januar 1941 starb Fritz Grünbaum aufgrund von Krankheit und Schwächung, die er sich in Dachau zugezogen hat. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt