Beschreibung
Berg, Alban
Titel: Lulu
Reych: Nr. 84 Herbipolis (Würzburg)
Geb.: 09.02.1885 in Wien
Gest.: 24.12.1935 ebenda
Volltext
österreichischer Komponist Alban Berg begann mit 15 Jahren zu komponieren, ohne vorab eine schulische musikalische Ausbildung gehabt zu haben. Seine Arbeiten fielen Arnold Schönberg auf, der damals schon ein bedeutender Vertreter der musikalischen Moderne war, Schönberg sah in Bergs Werken eine „überströmende Wärme des Fühlens“ und nahm ihn 1904 für 6 Jahre als Privatschüler an. Schönberg wurde für Alban Berg ein zweiter Vater, und die Freundschaft zwischen beiden hielt ein Leben lang. 1906 gab Berg seine Beamtentätigkeit auf und widmete sich fortan nur noch der Musik. 1907 wurden 3 seiner „Sieben frühen Lieder“ erstmals anlässlich eines Konzerts von Schönbergschülern in Wien vorgestellt. 1911 heiratete Berg Helene Nahowski gegen den Willen Ihrer Eltern, die im Gegensatz zu Berg wohlhabend waren. Im Haus der Schwiegereltern, der jetzigen Alban-Berg-Villa in Trahütten entstanden viele seiner Werke. Die Aufführung der „Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten“, eine Vertonung von Texten Peter Altenbergs, geriet 1913 zu einem Skandal, die Aufführung wurde abgebrochen. Nach dem Ersten Weltkrieg gab Berg in Wien Musikunterricht, einer seiner bekanntesten Schüler war der Philosoph und Musiktheoretiker Theodor Adorno. 1921 beendete Berg seine sechsjährige Arbeit an seiner ersten Oper „Wozzeck“ nach Georg Büchners „Woyzeck“, an die sich aber erst 1925 die Berliner Staatsoper trotz der großen Herausforderungen für Orchester und Sänger heranwagte. Heute gilt „Wozzeck“ als Meilenstein in der Operngeschichte des 20. Jahrhunderts. Seine zweite Oper „Lulu“ nach Franz Wedekind wurde erst in den siebziger Jahren von Friedrich Cerha vollendet. Bekannt sind noch seine Orchesterwerke wie „Drei Orchesterstücke“ (1914), „Lyrische Suite für Streichquartett“ (1926) und „Kammerkonzert für Klavier, Geige und 13 Bläser“ (1925) sowie sein letztes Werk, das „Violinkonzert – Dem Andenken eines Engels“ (1935). Am Heiligabend 1935 starb Alban Berg infolge einer Blutvergiftung. Heute zählt Berg als einer der bedeutendsten Vertreter der Zweiten Wiener Schule in der sich die Spätromantik Mahlers und Schönbergs Atonalität vereinen, trotz seines Selbstverständnisses als „natürlicher Fortsetzer richtig verstandener, guter, alter Tradition“ gilt er als Erneuerer der Musik des 20. Jahrhunderts. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt