Reych Nr. 325

Bürgi, Jost

Unbekannt ·A-C

Beschreibung

Bürgi, Jost
Titel: Sekunde
Reych: Nr. 325 Aquae Helveticae (Baden bei Zürich, erk. 04.11.154)
Geb.: 28.02.1552 in Lichtensteig (Schweiz)
Gest.: 31.01.1632 in Kassel

Volltext

schweizer Astronom, Mathematiker und Uhrmacher Nur wenig ist über die frühen Jahre des schweizer Universalgenies bekannt. Da er kaum Lateinkenntnisse hatte wird vermutet, dass er keine höhere Schule besucht hatte. Bevor er 1579 als Hofuhrmacher und Astronom in die Dienste des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kassel trat arbeitete er vermutlich in Straßburg an der Münsteruhr und erwarb sich dort auch mathematische Kenntnisse. Die Bestallungsurkunde des Landgrafen ist die erste erhaltene Urkunde, auf der nicht nur die Eule (!) als Familienwappen, sondern auch seine Initialen und als Zeichen seines Berufs ein halbes Zahnrad und zwei Sterne für die Astronomie dokumentiert sind. Am Hof des Landgrafen wurde für ihn erstmals Kopernikus „De revolutionibus orbium coelestium“ aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt (Grazer Handschrift). In Kassel zeichnet Bürgi für viele von ihm entwickelten und optimierten mechanischen Geräten verantwortlich, wie Planetengloben, Uhren und sonstige Vermessungs- und Messinstrumente. Auch im Bereich der Mathematik konnte er mit der Sinustafel und einer Logarithmentafel Meilensteine entwickeln, die noch heute Bestand haben. 1585 baute Bürgi erstmals eine Uhr mit 3 Zeigern für seinen Landgrafen, die Sekunde, eine heute unverzichtbare Maßeinheit, ist somit wohl Bürgis bedeutendste Erfindung. Bürgis Fähigkeiten sprachen sich herum, und so baute Bürgi 1592 für den Kaiser Rudolf II. einen Planetenglobus und brachte diesen persönlich zu ihm nach Prag. 1604 trat Bürgi dann ganz in die Dienste des Kaisers und bezog auf der Prager Burg eine Werkstatt. Hier arbeitete er auch für den bekannten Astronomen Kepler. Nicht nur Bürgis Bescheidenheit, auch Schwierigkeiten mit dem Schreiben führten dazu, dass viele Nachahmer den Ruhm für Bürgis Erfindungen einstrichen. Mit der Erkürung zum Ehrenschlaraffen hat die Aquae Helveticae dem großen Entdecker ein Denkmal gesetzt, das diese Irrtümer wieder berichtigt. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt