Beschreibung
Almásy, Ladislaus Eduard von
Titel: Abu Ramla
Reych: Nr. 231 Ferrostadia (Eisenstadt), erk. 24.03.155
Geb.: 22.08.1895 in Bernstein (Burgenland)
Gest.: 22.03.1951 in Salzburg
Volltext
österreichisch-ungarischer Afrikaforscher und Schriftsteller Von frühester Jugend an war Ladislaus Almásy von Automobilen und Luftfahrzeugen begeistert, sodass er mit 14 Jahren ein eigenes Segelflugezg baute und im 1. Weltkrieg in den k.u.k. Luftfahrtruppen diente. Nach dem Weltkrieg organisierte Almásy Afrikareisen und fand als Ingenieur und Vertreter Anstellung bei den Steyr-Automobilwerken, fuhr für diese Rennen und unternahm Wüstenexpeditionen, um die Zuverlässigkeit dieser Fahrzeuge unter Beweis zu stellen. Die Sehnsucht nach der nordafrikanischen Wüste bestimmte fortan sein weiteres Leben. Sowohl seine Begeisterung wie auch die knappen finanziellen Mittel bewegten Almásy dazu, auch andere Forscher für Expeditionen in die nordafrikanische Wüste zu werben. So brach er 1932 zusammen mit den Engländern Clayton-East-Clayton, Penderel und Clayton auf, die sagenumwobene Oase Zarzura („Oase der Vögel“) zu finden, die „Messingstadt“ aus „Tausendundeiner Nacht“. Die Stadt wurde nie gefunden, aber die Expedition wurde die erste ihrer Art, bei der sowohl Autos als auch ein Leichtflugzeug zu Aufklärungszwecken eingesetzt wurden. Abu Ramla,, Vater des Sandes, wie Almáhy von den Beduinen genannt wurde, erkundete und kartographierte über 2 Millionen Quadratkilometer der Sahara-Wüste, dabei machte er zahlreiche Entdeckungen, wobei die wohl bedeutendste Felsengemälde aus der prähistorischen Zeit sind. Seine Forschungen dokumentierte er im Buch „Unbekannte Sahara“. Zu Beginn des 2. Weltkriegs musste er Ägypten verlassen, wurde dann zurück in Ungarn als Reserveoffizier für das Deutsche Afrikakorps zwangsverpflichtet. Almásys Kenntnis der nordafrikanischen Wüste wurde von Feldmarschall Rommel genutzt, legendär ist die „Operation Salaam“, hierbei führte er 2 deutsche Agenten hinter den feindlichen Linien durch die lybische Wüste nach Ägypten. Nach seiner Rückkehr nach Budapest kam Almásy in russische Gefangenschaft und wurde wegen Hochverrat angeklagt, aber freigesprochen. Die Folgen der Gefangenschaft und der Folter, der er ausgesetzt war, begleiteten ihn jedoch bis an sein Lebensende. Mit Unterstützung des ägyptischen Königshauses zurückkehren Wüstenforschungsinstituts. 1951 starb Almásy in Salzburg an einer Amöbenruhr und den Folgen der russischen Gefangenschaft. Der 1959 gedrehte Film „Rommel ruft Kairo“ thematisiert die „Operation Salaam“, im 1996 gedrehten Film „Der englische Patient“ spielt Ralph Fiennes zwar die Rolle des Ladislaus Almásy, der Film hat jedoch nur wenig mit dem Leben des Ehrenschlaraffen Abu Ramla zu tun. (Text: Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt