Beschreibung
Zeppelin, Ferdinand Graf von
Titel: Luftfahrer
Reych: Nr. 347 Welfia zue Buchhorn (Friedrichshafen)
Geb.: 08.07.1838 in Konstanz
Gest.: 08.03.1917 in Berlin
Volltext
(erk. 05.04.152) deutscher General und Erfinder Nach dem Besuch der Technischen Hochschule schlug Graf Zeppelin zunächst eine militärische Laufbahn ein. Er besuchte die Kriegsschule in Ludwigsburg, wurde 1858 zum Leutnant befördert, nahm 1863 als Beobachter am Sezessionskrieg der Vereinigten Staaten von Amerika, 1866 als württembergischer Offizier am preußisch-österreichischen Feldzug und 1870/71 am Krieg gegen Frankreich teil. 1882-85 war er Kommandeur des Ulanenregiments Nr. 19 in Ulm, 1885-89 württembergischer Militärbevollmächtigter und anschließend Gesandter in Berlin. 1890 wurde er Kommandeur der 30. Kavalleriebrigade in Saarburg und schied 1891 als Generalleutnant aus dem Militärdienst aus. Bereits 1873 hatte er sich mit dem Bau eines Luftschiffes in seinen Grundzügen beschäftigt, aber erst nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst, konnte er an die Ausführung seiner lang gehegten Pläne gehen, ein starres Luftschiff aus Aluminium und einer gasgefüllten Umspannung zu bauen, das motorenangetriebenen und lenkbar für Personen- und Gütertransport über große Entfernungen geeignet sein sollte. 1892 begann er unter Mitwirkung des Ingenieurs Kober seine Idee in die Tat umzusetzen. 1895 war der erste Entwurf fertig und das Patent erteilt. Eine von Kaiser Wilhelm II. einberufene Sachverständigenkommission lehnte den Entwurf ab und so gründete Zeppelin eine Aktiengesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt mit einem Kapital von 800.000,-- Mark, wobei er mehr als die Hälfte aus eigenem Vermögen beisteuerte. 1900 startete der Prototyp LZ 1 erfolgreich aus einer schwimmenden Halle vom Bodensee, musste aber wegen technischer Mängel wieder abgerüstet werden. Gegen Ende 1905 startete das zweite Luftschiff LZ 2, das nach einer Notlandung bei Kißlegg durch einen Sturm völlig zerstört wurde. Am 9. Okt. 1906 konnte LZ 3 seine erste Fahrt machen. Erst jetzt begann man, sich für den Einsatz von Luftschiffen zu interessieren. LZ 3 wurde von der Militärverwaltung als Heeresluftschiff Z1 erworben und machte bis 1913 seinen Dienst. Am 4. Aug. 1908 trat Zeppelin mit LZ 4 seine berühmte Fernfahrt über Basel, Straßburg, Speyer, Mannheim, Mainz, Worms und Stuttgart an. Das ganze deutsche Volk war begeistert, aber auch dieses Luftschiff wurde bei Echterdingen infolge einer elektrischen Entladung durch Explosion vernichtet. Eine Nationalspende in Höhe von 6 Millionen Mark, die dem Grafen zur Verfügung gestellt wurde, erlaubte es, die „Luftschiffbau-Zeppelin GmbH." zu gründen und unter Mitwirkung von Hugo Eckener weitere Luftschiffe zu bauen, die sich schließlich auf Weltreisen und im Nordatlantik-Liniendienst bewährten. Die Katastrophe von Lakehurst, bei der 1937 die „LZ 129 Hindenburg" bei der Landung durch einen Brand vernichtet wurde und von den 97 Personen an Bord 36 ihr Leben verloren, bereitete dem Zeppelinbau für den Personenverkehr ein Ende. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt