Beschreibung
Werding, Karl
Titel: Arion die wandelnde Note
Reych: Nr. 144 Augusta Trevirorum (Trier)
Geb.: 17.11.1881 in Trier
Gest.: 01.06.1942 in Trier
Volltext
deutscher Heimatdichter, Komponist und Pianist Weiland Sasse des H.R. Augusta Trevirorum Er war am 6.1. a.U. 54 (1913) zum Knappen 60 erhoben, im gleichen Jahr am 17.2. zum Junker Karl und am 4.4 der folgenden Jahrung a.U. 55 zum Ritter Arion die wandelnde Note geschlagen worden. Er machte sich als engagierter und stets um das Wohlergehen seines Reyches bemühter Sasse verdient. Das Reych vertraute ihm als Junkermeister den schlaraffischen Nachwuchs an. bevor es ihn über Jahre zum Oberschlaraffen der Kunst auf den Thron wählte, wo er majestätisch fungierte. Am 2.1. a.U. 69 wurde er zum Erbschlaraffen erkürt, am 21.3. a.U. 75 zum Erboberschlaraffen. Die Funktion hatte OK Ritter Arion in der letzten offiziellen Sippung vor der uhufinsteren Zeit. am Samstag, den 30.9. a.U. 74 (1933). Er gehörte zu denen, die auch danach das Reych nicht verließen. Er war einer der Platzhalter in diesen Jahren. bis im Jahre 1937 alles zu Ende war. Ritter Arion, der in seinen letzten Lebensjahren viel Schmerzliches durch die damaligen Machthaber erfahren musste, war es beschieden, das Reych aufzulösen. Seine musikalische Ausbildung hatte Karl Werding als Schüler des Erlemann-Konservatoriums erfahren. Als Kapellmeister startete er seine berufliche Karriere beim Stadttheater Trier. Dank genialer Veranlagung des jungen Musikbeflissenen, der auch mit dem Wort umzugehen wusste, wurde ein vielfältiger Erfolgsweg daraus. Sehr schnell konnte er sich hohe fachliche Anerkennung verschaffen und wurde Direktor des Beethoven-Konservatoriums in Trier. Schon 1907 erklang zum erstenmal der vierstämmige Männerchor „Du Land, wo meine Wiege stand...", der sogenannte „Moselgruß". Dieser gehört auch heute noch, nach 80 Jahren. im moselländischen Raum zum festen Repertoire aller Männerchöre. Später wagte sich Werding, Wagners Spuren folgend, in seiner Oper „Velleda“ an einen germanischen Stoff. Im Gedenkjahr 1913 ließ ihn vaterländische Begeisterung die Hymne ..Mit Gott für Kaiser und Reich" schaffen. Zum Frankfurter Kaiser-Wettsingen jenes Jahres wurde die Hymne aus 183 Konkurrenzarbeiten ausgewählt und Werding dem Kaiser vorgestellt. 1300 Sänger und 152 Musiker trugen die Hymne vor und Werding erhielt eine Silberne Plakette mit Diplom. Nach dem ersten Weltkrieg war er überregional im Laufe der Jahre bei 37 Wertungssingen und 131 Gesangswettbewerben der maßgebliche Preisrichter. Er genoss aber ebenso große Anerkennung als Orgelvirtuose und Konzert-Pianist, wie als Schöpfer von zahlreichen Volks- und Kunstliedern für Männerchöre und Konzertveranstaltungen und galt als trefflicher Verfasser von Festspielen jeglicher Art. Schließlich war Werding lange Jahre Konzert- und Musiktheater-Reszensent der Zeitung „Trierischer Volksfreund" und redigierte als Fachschriftleiter die „Deutsche Sängenwarte". 1935 wurde er staatlicher Musikberater für den Bezirk Trier. In diesem Jahr war er als Gast im Hause Wahnfried eingeladen. Man war ebenso erstaunt wie begeistert von seiner Genialität und bewunderte ihn sehr. 1936 beginn Werding sein 30. Künstlerjubiläum mit einem Beethoven-Wagner-Abend. Doch in den letzten Jahren wurde es still um Werding. Da er nicht um die Gunst der damaligen Machthaber eiferte und man dann seine nationale Haltung während der französischen Besatzungszeit in Zweifel zog. Tatsächlich schrieb er Mitte der zwanziger Jahre das Sololied „Lieblicher, goldener Moselwein! Worte und Vertonung Karl Werding". Vom Kammersänger Franz Völker, damals einer der gefeiertsten deutschen Tenöre, auf Schallplatte gesungen, klang es weit über den heimatlichen Raum hinaus. Und es ist heute noch ein beliebtes Solo-Lied für manchen Bariton oder Tenor bei Vereinsfesten - ein Lob für den Moselwein. (Text (gekürzt): Rt Uhutreu (144))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt