Beschreibung
Dill, Otto Prof.
Titel: Dillerich der Löwenmaler
Reych: Nr. 368 An der Weinstrasse (Bad Dürkheim)
Geb.: 04.06.1884 in Neustadt a.d.W.
Gest.: 06.07.1957 in Bad Dürkheim
Volltext
deutscher Maler Otto Dill, der heute populärste und neben Max Slevogt bedeutendste Maler der Pfalz, wurde am 4. Juni 1884 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Er zog mit 24 nach München und absolvierte ein Studium der Tiermalerei an der Akademie der bildenden Künste in der Meisterklasse von Heinrich von Zügel. Nur mit Unterstützung kunstliebender pfälzischer Weingutbesitzer konnte er sein Studium finanzieren. In der Münchner Sezession hat er seine erste gefeierte Ausstellung. Von München aus unternahm Dill zahlreiche Studienreisen; er besucht Holland, Belgien, Frankreich, Italien, die Schweiz und Österreich. Seine Hauptmotive brachten ihn den Namen "Pferde-Dill" ("der Inbegriff animalischer Kraft und Schönheit“) oder "Löwen-Dill" ein. Auf Reisen in fremde Länder malte er Aquarelle mit südländischen Städtebildem und Landschaften. Dill malte den Dschungel und die Wüste, den goldglänzenden Sand vor blauem Himmel oder das wuchernde Grün einer urtümlichen Natur. "Wüstenlandschaften sind für mich das stärkste Erlebnis" sagte Dill. Es entstanden neue Motive wie Kamelreiter in der Wüste, reitende Beduinen, die Jagd auf Löwen, aber auch Stierkampfszenen. 1935 stellt Otto Dill seine Bilder in der Wiener Sezession aus. Auch hier in der Stadt der "Walzerseligkeit", der Stadt, deren Dom den Namen des Pferdepatrons St. Stephan trägt, fand er höchste Anerkennung. Otto Dill war ein Traditionalist, einer der sich auf den guten Malstil besann und der es verstand, mit einer kraftvollen Pinselführung, einem kompakten, impulsiven Farbauftrag und der ihm eigenen meisterlichen Farbkomposition - einem Braunocker übergehend in ein helles Blau, durchsetzt von einem satten Grün oder Rot - seinen Bildern Atmosphäre zu verschaffen. Die gebundenen, sommerlichen Töne bezeugen ein sensibles Empfinden für feine Zwischenwerte, schaffen eine Einheit von wohltuender Zurückhaltung. Im Frühjahr 1939 zieht es Dillerich, wie ihn seine Frau Emmy Dorothea liebevoll nannte, zurück in die heimatliche Pfalz. Er findet eine Wohnung in Haardt. Die Pfälzer Landschaft in ihrer einzigartigen Schönheit mit ihren Weinbergen, Wäldern und blühenden Bäumen, mit den heiteren, lebensfrohen Menschen reizt ihn. Manches prächtige Pfalzbild, wie das der "Weinberge bei Bad Dürkheim" verdrängt die Tierbilder. 1941 zieht Otto Dill in sein geliebtes Bad Dürkheim. Hier in der Sonnwendstraße wohnte er bis zu seinem Tode im Juli 1957. Zu seinem 65. Geburtstag erhielt er für seine Verdienste um Kunst und Heimat das Ehrenbürgerrecht der Stadt Bad Dürkheim. Dill kannte die Schlaraffia: Zeichnungen im Schmierbuch des hohen Reyches Zwobruggen geben Zeugnis davon. Er war mehrfach als Pilger in diesem Reych. Otto Dill war angetrieben von der Leidenschaft für die Kunst, hatte einen von Herzen kommenden Humor, pflegte Freundschaft und Ritterlichkeit; er verkörperte in vortrefflichem Maße die wesentlichen Inhalte unseres schlaraffischen Spiels. (Text: Rt. Bonna-Minne, der stets Präzise (368), gekürzt, Bild: mit freundlicher Genehmigung der Manfred Vetter Stiftung für Kunst und Kultur)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt