Reych Nr. 276

Dach, Simon

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Dach, Simon Prof.
Titel: Amicus
Reych: Nr. 276 Zu den Gyssen (Gießen)
Geb.: 29.07.1605 in Memel
Gest.: 15.04.1659 in Königsberg

Volltext

deutscher Dichter Simon Dach besuchte Schulen in Memel, Königsberg, Wittenberg und Magdeburg, studierte in Königsberg Theologie und Philologie. 1633 wurde er an der dortigen Domschule als Lehrer angestellt und 1639 an der Universität zum Prof. der Poesie ernannt. Sein zwischen Schwermut und sinniger Fröhlichkeit schwankendes Dasein wurde durch die Freundschaft mit Königsberger Dichtem, Musikern und Kunstfreunden, wie H. Albert, R. Roberthin, M. Adersbach u.a. belebt. Innige Religiosität, Liebe, Freundschaft, Freude an der Natur und an einer ästhetisch betonten Geselligkeit kamen in seinen stimmungsvollen und formvollendeten Versen zum Ausdruck. Sein bekanntestes Gedicht „Anke von Tharau", das er zur Hochzeit seines Freundes, des Pfarrers Portatius mit Anna Neander verfasst hatte, wurde zum Volkslied. Das „Lob der Freundschaft" klingt wie aus einem besseren Jahrhundert: „Der Mensch hat nichts so eigen, nichts steht so wohl ihm an, als dass er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann Wenn er mit seinesgleichen soll treten in ein Band, verspricht er nicht zu weichen; mit Herzen, Mund und Hand." Dieses Lied wurde von Rt. Laridada (276) vertont und als „Preis der Freundschaft" (Freundschaftslied der Schlaraffen) in das Klangbuch aufgenommen. Seine geistlichen Lieder, wie z.B. „Sei getrost, o meine Seele" zeugen von seinen gedrückten Gefühlen und Stimmungen. Der immer kränkliche Mann hatte zeitlebens mit Not und Entbehrungen zu kämpfen. Kurz vor seinem Tod wurde ihm vom Großen Kurfürsten ein kleines Landgut geschenkt. Seine Gedichte wurden mit wertvoller Einleitung von Österley herausgegeben. (Stuttgart, Literarischer Verein 1876) (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt