Beschreibung
Freunthaller, Eduard (auch für das dort bestehende Schlaraffenreych Ferrochalybbsia (219) sehr verdienstsvoll tätig war.)
Titel: Edi
Reych: Nr. 219 Ferrochalybbsia (Waidhofen / Ybbs)
Geb.: 01.12.1878
Gest.: 18.12.1975
Volltext
österreichischer Lehrer und Organist Ehrenpilger des HR Ferrochalybbsia Hier wird ein Mann vorgestellt, der lange Jahre im kulturellen Leben der Stadt Waidhofen/Ybbs und Das Leben dieses geachteten Mannes begann in dem kleinen Bergdorf Lassing, wo sein Vater als Schulmann, Schriftsteller (eifriger Mitarbeiter Peter Roseggers in dessen Zeitschrift „Heimgarten“), Organist (Schüler von Anton Bruckner) und Volksbildner wirkte. Die Mutter war eine Försters-Tochter, ihre Schwester war Mutter des Malers Oskar Kokoschka. Eduard zeigte früh Musikbegabung, wurde Sängerknabe im Stift Göttweig. In Krems wurde er zum Lehrer ausgebildet. Diesen Beruf übte er seit 1900 in Zell a.d. Ybbs aus, ein Ortsteil von Waidhofen auf der andern Seite des Flusses. Er galt als hervorragender Pädagoge. Hier versah er 70 Jahre lang das Amt eines Organisten und Chordirektors. Dem geselligen Leben stand er stets aufgeschlossen gegenüber. In Waidhofen a.d. Ybbs war er mit größtem Engagement in verschiedenen Vereinen tätig, so auch im Männergesangsverein. Für zahlreiche Sängerfahrten, Sommerfeste, Jubiläen aller Art verfasste er Stücke, Szenen, Späße, Verse, Lieder, Chöre, Quartette und vieles mehr. Im 1. Weltkrieg geriet er in Przemyl in russische Gefangenschaft, aus der er 1918 fliehen konnte. Als das Reych 219 a.U. 62 entstand, war auch er zur Stelle, wenn man seine musikalische Mitarbeit erbat. Einer seiner Freunde war der Architekt Miklos Bukovics, Rt. Buko II. Mit ihm schrieb er u.a. das Singspiel „Unter der blühenden Linde“, das großen Beifall fand und in der Folge immer wieder gespielt Wie sehr Freunthaller mit Waidhofen verbunden war, ist am glaubhaftesten mit der Fülle seiner Heimatgedichte und –lieder zu belegen. Darin werden immer wieder die Schönheit der Stadt, seiner Plätze, Gassen und Türme, die Schönheit der Umgebung, aber auch Großes aus der Vergangenheit der Stadt, der Fleiß und Frohsinn der Burschen und Männer, nicht zuletzt aber auch und besonders gerne der Liebreiz der Mädchen und Frauen besungen. Für die Schlaraffia war „Ehrenpilger Edi“ besonders eifrig nach 1945 tätig. Damals gründete er das Reychsquartett, für das er zahlreiche Stücke schrieb. Als Zinkenmeister war er außerdem dem Reych bis ins hohe Alter ein getreuer Helfer. Das Reych Ferrochalybbsia ehrte ihn nach seinem Tode durch die Verleihung der Ehrenschlaraffenwürde. (Text: Rt. Bariton (219) ) Es sei mir erlaubt anzufügen, dass ich als Knäpplein meines Vaters, des Ritters Aussa-muaßa, Edi einige Male anlässlich von Kindersippungen am Clavizimbel erleben durfte. Sein Spiel mit den schwarz-weißen Tasten war für mich so berauschend, dass ich selbst anfing, Klavierspielen zu lernen. Er war auch für uns Kinder ein Gesprächspartner, der es verstand, auf uns Kinder einzugehen. Ich erinnere mich gerne an Edi, den Pilger jenes Reyches, das mir zeigte, was Schlaraffia ist. (Rt. Ybbs (76) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt