Reych Nr. 21

Dürer, Albrecht

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Dürer, Albrecht
Titel: Holzschuher
Reych: Nr. 21 Fryburgia Brisgaviae (Freiburg)
Geb.: 21.05.1471 in Nürnberg
Gest.: 06.04.1528 ebenda

Volltext

deutscher Maler, Zeichner, Graphiker, Schriftsteller Bei seinem aus Ungarn stammenden Vater erlernte er das Goldschmiedehandwerk und ging anschließend beim Nürnberger Maler Michael Wohlgemut in die Lehre. Auf fünfjähriger Wanderschaft vervollkommnete er seine Kunst. 1494 kehrte er nach Nürnberg zurück, heiratete Agnes Frey und unternahm seine erste Italienreise. Nach Einrichtung einer eigenen Werkstatt erschien 1498 sein erster Graphikzyklus: die von ihm selbst verlegten 15 Holzschnitte zur Apokalypse. Die Schwerpunkte in Dürers Schaffen lagen im religiösen Themenbereich und in der Bildnismalerei: Heilsereignisse, Passion Christi, das Leben Marias und der Heiligen, Altarbilder, so z. B. „Sieben Schmerzen Marias". Ab 1512 führte er größere Aufträge für Kaiser Maximilian I. aus, so vor allem die Illustrationen des kaiserlichen Gebetbuches. Dürer war gegenüber dem Humanismus und der Reformation gleichermaßen aufgeschlossen. In seiner Kunst durchdrangen sich Spätgotik und Renaissance in den berühmten Kupferstichen „Ritter, Tod und Teufel“ „Hieronymus im Gehäus" und „Melancholie“. Der vielseitig interessierte und gebildete Künstler entwickelte die Drucktechnik zu bis dahin unerreichter Höhe. Für die Kunstliteratur wurden Dürers Studien der Proportionslehre und seine Suche nach den Gesetzen zur Gestaltung des schöneren Menschen wegweisend. Dürer hatte bereits das 40. Lebensjahr überschritten. als er 1513/14 diese drei Meisterstiche schuf. Sie sind ungefähr gleich groß und in der Vollkommenheit der technischen Ausführung nie übertroffen worden. Obwohl sie untereinander dem Vorwurf nach denkbar verschieden sind, wurde schon vermutet, dass sie durch eine gemeinsame Idee, von der wir nichts mehr wissen, miteinander verbunden sind. Es ist überhaupt sehr viel in diese drei Arbeiten hineingeheimnisst worden und besonders „Melancholie" hat zu den verwegensten Spekulationen Anlass gegeben. In dem REUTER, wie ihn Dürer im Tagebuch der niederländischen Reise selbst nennt, ist wohl einfach der christliche Ritter dargestellt, für den das Leben ein Kriegsdienst ist und der, gewappnet mit dem Glauben, sich nicht fürchtet vor Tod und Teufel. Man hat zu seiner Erklärung die Schrift des Erasmus von Rotterdam „Vom christlichen Ritter" herangezogen und man erinnert sich dabei auch an die Stelle im niederländischen Tagebuch Dürers, wo er nach der Kunde von der Gefangennahme Luthers Erasmus zuruft: REIT HERVOR, DU RITTER CHRISTI. Den Reiter, Sattel und Saumzeug hat Dürer aus seiner wirklichkeitsnahen Aquarellstudie von 1498 wörtlich übertragen und auch in seiner eindrucksvollen Zeichnung „König, Tod und Teufel zu Pferde" von 1505 sind Teilmotive des Stiches bereits vorweggenommen. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt